25.08.2016
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Unterstand: Schützhütte am Balkan-Radweg

Statt mehrerer kleiner Pilze ein Dach im Bushaltestellen-Format: Jugendliche bauen einen Unterstand am Balkantrassen-Radweg.

Statt mehrerer kleiner Pilze ein Dach im Bushaltestellen-Format: Jugendliche bauen einen Unterstand am Balkantrassen-Radweg.

Foto:

Britta Berg

Burscheid -

"Das ist eine hochmotivierte und auch qualifizierte Gruppe": Das Lob der neuen Leiterin der für drei Wochen in Burscheid tätigen Gruppe des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes (IJGD), Pia Schmitz aus Wuppertal, kam nicht von ungefähr. In der vergangenen Woche war sie zum von den Jugendlichen ausgerichteten Sommerfest des Altenzentrums in die Lindenstadt gekommen, um den Abschluss des sozialen Teils mitzuerleben: "Das von den Mädchen und Jungen auf die Beine gestellte tolle Programm hat mich richtig überrascht." Der zweite Teil gilt der ökologischen Arbeit auf dem Alleenradweg. Am Montag nahm die 28-jährige Absolventin des Studiums der Kulturwissenschaften sowie der Friedens- und Konfliktforschung an den Planungsgesprächen unter anderem mit ihrem Partner Andrew Bell (27) aus New York, den Stadtplanern Kurt Berger und Uwe Graetke sowie den Revierförstern Hans-Christian Ludwig und Karl Zimmermann teil.

Schnell wurde man sich einig, dass statt mehrerer geplanter "Wetterpilze", ein einziger größerer Unterstand auf dem Radweg zwischen Burscheid und Hilgen dem Schutz der Wanderer und Radfahrer mehr entgegenkommt. Schmitz: "Wir haben uns für eine rechteckige Bauweise entschieden. Damit hatte der Pilz ausgedient." Die von Pia Schmitz und Andrew Bell betreuten elf jungen Leute im Alter von 16 bis 22 Jahren sind seit der Anlieferung der Baumaterialien mit Feuereifer bei der Sache. Der Standort ist unweit der Kretzheider Brücke. Unter der fach- und sachkundigen Anleitung der Förster und Planer wurde am Donnerstag das Dach gebaut. Gestern waren die Wände an der Reihe. Gut zehn Personen finden in der Schutzhütte Platz und können sich auf Bänken ausruhen. Gearbeitet wird täglich von 9.30 bis 13.30 Uhr.

Begeisterung über Einsatz

Mit großem Hallo wurde gestern Uwe Graetke begrüßt: Er hatte leckere Teilchen für alle mitgebracht. Graetke erinnerte daran, dass das Sommercamp im vergangenen Jahr in Kooperation mit der Stadt, Regionalforstamt Bergisch Land und Landesbetrieb Wald und Holz NRW bereits eine Totholzhecke, 30 selbst hergestellte Nistkästen und ein Insektenhotel für den Radweg gebaut hatte. Auch die EMA-Schule war beteiligt. "Sowohl die Nistkästen als auch das Insektenhotel wurden mittlerweile Opfer nach wie vor unbekannter Täter - das Insektenhotel zerstörten die Vandalen gleich zwei Mal", so Graetke. Aus diesem Grund werde man die Zuflucht für Bienen und Insekten jetzt unweit des Unterstandes installieren, um zumindest eine kleine Kontrolle zu haben.

Begeistert über den Einsatz der Jugendlichen aus Deutschland, Dänemark, Polen, Italien, Ungarn, Südkorea und Russland äußerte sich am Donnerstag auch der Leiter des Jugendzentrums Megaphon, Manfred Zenses: "Es macht Spaß, diese auch handwerklich sehr geschickte Gruppe tagtäglich zu betreuen". Dass er allerdings als einziger mit seinem Auto auf dem Radweg zur Baustelle gefahren war, wurde ihm nicht nur von den Radfahrern verübelt. Die Internationalen hingegen nahmen's mit Verwunderung.