24.08.2016
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Kabelbrand als Ursache: Wohnhausbrand in Leichlingen

Mit rund 70 Einsatzkräften ging die Feuerwehr gegen die Flammen vor.

Mit rund 70 Einsatzkräften ging die Feuerwehr gegen die Flammen vor.

Foto:

Britta Berg

Leichlingen -

Selbst ein Großaufgebot der Freiwilligen Feuerwehr, die mit allen vier Löschzügen anrückte, konnte den Totalschaden nicht mehr verhindern: Ein Haus in Diepental ist am Montagabend bei einem Brand vernichtet worden.

Ursache war nach dem bisherigen Stand der Erkenntnisse ein technischer Defekt durch eine überlastete Stromleitung. Als die Helfer am Einsatzort mitten im Wochenendhausgebiet eintrafen, stand der Bungalow am Waldhang bereits lichterloh in Flammen. Das Ehepaar, das in dem Haus gewohnt hat, konnte sich zwar unverletzt ins Freie retten. Der Mann und seine Frau standen aber so unter Schock, dass sie in der Nacht beide nach einem Schwächeanfall zur Betreuung in ein Krankenhaus gebracht werden mussten.

78 Freiwillige im Einsatz

Die um 19.27 Uhr alarmierte Feuerwehr sah sich einem in voller Ausdehnung brennenden Gebäude gegenüber. Die Löscharbeiten erfolgten im Außen- und Innenangriff und dauerten bis 22.30 Uhr. 78 Freiwillige waren allein von der Feuerwehr bei dem Großeinsatz zur Stelle. Hinzu kamen Polizei, Ordnungsamt, Sanitäter und ein Versorgungstrupp des Roten Kreuzes.

Die Zufahrt nach Diepental war schließlich blockiert, weil das Tal voller Einsatzfahrzeuge war. Eine DRK-Einheit aus dem Kreis versorgte die Brandschützer in der Nacht mit heißer Kartoffelsuppe und Getränken. Aber auch Anwohner aus Diepental waren zur Stelle und bedankten sich bei den Feuerwehrleuten für ihre ehrenamtliche Hilfe mit Kaffee und Süßigkeiten. Ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude konnte verhindert werden.

Zunächst war nicht sicher, ob sich noch jemand in dem brennenden Haus befand. Wie sich schließlich aber herausstellte, war der 24-jährige Sohn der Familie an dem Abend nicht zu Hause, sondern in Köln.

Während er bei einem Freund Unterschlupf fand, brachte das städtische Ordnungsamt das Ehepaar gestern vorübergehend in einer für solche Notfälle vorgehaltenen Wohnung in der Friedensstraße unter.

Die Löschwasserversorgung war nach Angaben von Feuerwehrsprecher Thomas Schmitz kein Problem. Die Hydranten hätten ausgereicht und man habe kein Wasser aus der Talsperre benötigt. Eine Brandwache blieb vorsichtshalber bis zum Morgen vor Ort. Das Feuer glimmte aber nicht mehr auf.
Das abgebrannte Haus ist unbewohnbar.

Die Polizei beziffert den entstandenen Sachschaden auf 50 000 Euro. Wegen des schlechten baulichen Zustandes des älteren Flachbaus, der über keine Heizung verfügte, kann man aber von einem Totalschaden ausgehen. Nach Abschluss der Löscharbeiten wurde die Unglücksstelle in der Nacht durch die Polizei beschlagnahmt.

Gestern hat ein Brandermittler der Kripo die Ruine untersucht und die Ursache des Brandes in der unsachgemäß gehandhabten Stromversorgung festgestellt.

Wie die Polizei mitteilte, hatten die Bewohner offenbar derart viele Verteiler-Steckdosen miteinander verbunden, dass die Anschlüsse überhitzten und es zu einem Kabelbrand kam.