27.08.2016
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Natur: Kampf gegen gefährliche Pflanzen

Der Kreis will den Kampf gegen die so genannten Neophyten verschärfen. 40 dieser eingeschleppten Pflanzenarten hätten das Potenzial, heimische Arten zu verdrängen, hieß es jetzt im Gesundheitsausschuss.

Der Kreis will den Kampf gegen die so genannten Neophyten verschärfen. 40 dieser eingeschleppten Pflanzenarten hätten das Potenzial, heimische Arten zu verdrängen, hieß es jetzt im Gesundheitsausschuss.

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Britta Berg

Rhein-Berg -

Der Kreis will den Kampf gegen die so genannten Neophyten verschärfen. 40 dieser eingeschleppten Pflanzenarten hätten das Potenzial, heimische Arten zu verdrängen, hieß es jetzt im Gesundheitsausschuss. Manche Neophyten sind bei Kontakt auch für den Menschen gesundheitsgefährdend.
Um gegen die gefährliche Herkulesstaude, sie verursacht verbrennungsähnliche Hautschäden, besser vorzugehen, hat der Rheinisch-Bergische Kreis in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen. Dazu gehört beispielsweise die Erfassung aller Standorte in der Region. In dem Kataster sind derzeit rund 5000 Pflanzen an 175 Standorten aufgelistet. Um die Herkulesstaude in Naturschutzgebieten – wie an Agger, Wupper und Dhünn – erfolgreich zu bekämpfen, soll in Zukunft die Biologische Station Rhein-Berg eingebunden werden. Schnelles Handeln ist an Wanderwegen, Radwegen, Straßen und in der Nähe von Siedlungen nötig.


In letzter Zeit wurden eine Reihe Bekämpfungsmethoden ausprobiert. Am erfolgreichsten war es, die Pflanzen in den Monaten April und Mai auszugraben und unter Planen in der Dunkelheit verrotten zu lassen. Für die Bekämpfung möchte der Kreis in Zukunft noch mehr Heimatvereine und ehrenamtliche Helfer gewinnen. Im Kampf gegen das Drüsige Springkraut engagiert sich die Bio-Station Rhein-Berg. Auch wenn sich die Experten sicher sind, dass die ausbreitungsfreudige Pflanze nicht mehr zu vertreiben ist, wird an ihrer Eindämmung gearbeitet. Die so genannte Wupperorchidee fühlt sich besonders an Flussläufen, feuchten Böschungen und auf nicht bewirtschafteten Flächen sehr wohl. Zwei Bekämpfungsmethoden haben sich in der Vergangenheit bewährt und werden auch in Zukunft weiter angewandt. Zunächst können Flächen abgemäht werden, um die Verbreitung einzudämmen. Ebenfalls erfolgreich ist es, Flächen zu beweiden – beispielsweise mit Ziegen.
Eine Gefahr für Kühe und Pferde stellt das einheimische Jakobs-Kreuzkraut dar. Auf der Wiese werden die gelb blühenden Pflanzen wegen ihrer Bitterstoffe normalerweise nicht vom Vieh angerührt. Problematisch wird es, wenn das Jakobs-Kreuzkraut ins Heu gerät. Dann reichen schon kleine Mengen, um ein Tier zu töten. Grund für die Ausbreitung ist, dass immer mehr Weiden ungepflegt sind. Beim Kreis steht das Amt für Veterinär- und Lebensmittelüberwachung Landwirten und Tierzüchtern mit vielen Informationen zur Seite, um das gefährliche Gewächs zu vertreiben.