26.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Giftköder: Beweise nach DNA-Spuren untersucht
08. October 2013
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Giftköder: Beweise nach DNA-Spuren untersucht

Ermittler der Polizei und Amtstierarzt Kurt Molitor (r.) trafen sich in der Miselohestraße.

Ermittler der Polizei und Amtstierarzt Kurt Molitor (r.) trafen sich in der Miselohestraße.

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Bilder: Ralf Krieger

Leverkusen -

Mitarbeiter der Polizei haben am Dienstag das Veterinäramt an der Opladener Miselohestraße besucht. Bei Amtstierarzt Dr. Kurt Molitor befinden sich die Fundstücke vom Oulusee – jenem Ort, an dem sich am Montag mehrere Hunde vergiftet haben. Hundefutter wurde am See in Steinbüchel gefunden, aber auch Abfall wird von Polizei und Veterinären unter die Lupe genommen, darunter die leicht vermoderte Verpackung von Wasserpfeifentabak. Die Ermittler nahmen auf der Suche nach menschlichen DNA-Spuren mit Wattestäbchen Proben der Fundstücken. In einer Plastiktüte befand sich eine rote Masse, „von der wir noch nicht wissen, um was es sich dabei handelt“, sagte Molitor.

Polizei und Staatsanwaltschaft sind nun auf der Suche nach den Tätern, die offenbar Giftköder ausgelegt haben. Geklärt werden muss aber auch noch, welches Gift die Hunde zu sich genommen haben. An den Folgen der Vergiftung ist am Montag ein Hund gestorben. Zunächst war von zwei Todesfällen berichtet worden. Amtstierarzt und Polizei korrigierten diese Zahl am Dienstag. Unterschiedliche Zeugen hatten der Polizei von Todesfällen berichtet, dabei handelte es sich aber um ein und denselben Hund. Das Tier befindet sich noch in der Verwaltungsstelle an der Miselohestraße. Zur Untersuchung wird der Kadaver an ein staatliches Veterinäramt geschickt, zusammen mit Proben von jenen Tieren, die inzwischen auf dem Weg der Besserung sind. „Auf die Ergebnisse werden wir sicher ein, zwei Wochen warten müssen“, sagte Molitor.

Polizei und Veterinäramt hatten am Montagnachmittag Alarm geschlagen, nachdem im Laufe des Tages mehrere Hunde mit Vergiftungserscheinungen in drei Tierarztpraxen behandelt wurden. Alle Hunde waren zuvor von ihren Besitzern am Oulusee in Steinbüchel ausgeführt worden. „So etwas hat es in Leverkusen noch nicht gegeben. Zeitgleich mussten in verschiedenen Praxen Hunde mit ähnlichen Symptomen und identischem vorherigen Aufenthaltsort behandelt werden“, erzählte der städtische Tierarzt.„Giftköder auszulegen ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat.“ In seinem Amt rufen zwar „mindestens ein-, zweimal im Monat“ besorgte Bürger an, weil sie „vom Hörensagen“ erfahren haben, dass Giftköder ausliegen. So konkret wie jetzt am Oulusee sei die Lage aber noch nicht gewesen.

Molitor sieht dennoch keinen Anlass zur Panik. Das Veterinäramt hat am Tatort Schilder mit Warnhinweisen wegen Vergiftungsgefahr aufgestellt. Die Anweisungen: Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen! Hunde anleinen! Katzen nicht aus dem Haus lassen!

Zwei Hunde wurden am Montag in der Tierärztlichen Klinik in der Fixheide behandelt. „Den beiden Hunden geht es schon wieder besser“, berichtete Assistenzarzt Antonios Markos Drigojias am Dienstag. Neben Erbrechen und Durchfall plagten die beiden Tiere neurologische Symptome wie zittern und speicheln. Die Berichterstattung über die Vergiftung hatte zur Folge, dass sich viele besorgte Hundebesitzer in der Praxis meldeten. Ein Besuch beim Veterinär sei dann angesagt, wenn Hunde die genannten Symptome zeigen, so Drigojias. „Was die Ursache für die Symptome war, können wir Ärzte aber auch nicht sagen. Es ist auch möglich, dass Hunde giftige Pflanzen fressen“, erläuterte der Tierarzt.


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