29.08.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt
Kölner Stadt-Anzeiger | Stadtverwaltung: Kritische Fragen zum Wachdienst
27. December 2013
http://www.ksta.de/2041522
©

Stadtverwaltung: Kritische Fragen zum Wachdienst

Symbolbild.

Symbolbild.

Foto:

dpa

Leverkusen -

Die Bürgerliste hat die Arbeit des von der Stadt beauftragten privaten Sicherheitsdienstes kritisch unter die Lupe genommen. Die Mitarbeiter, die in der Stadt auf Streife gehen, sollen durch ihre Präsenz das Sicherheitsgefühl bei den Bürgern verbessern. Parallel dazu soll durch die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt und der Polizei eine Verbesserung auch der objektiven Sicherheitslage bewirkt werden.

Vier große Aktenordner

Nach Durchsicht von vier großen Aktenordnern hatte die Fraktion um den Vorsitzenden Erhard Schoofs aber noch einige Fragen an die Verwaltung. So wunderten sich Schoofs und Co. darüber, dass in den Einsatzprotokollen nur ein einziges Mal eine Zusammenarbeit mit der Polizei erwähnt werde, obwohl sonst von einem steten Kontakt die Rede sei. Der Fachbereich Recht und Ordnung antwortete schriftlich: Nicht jeder Anruf bei der Polizei müsse in den Protokollen vermerkt werden, wenn die im Anschluss erfolgte Kontrolle ergebnislos verlaufe.

Nächste Frage der Bürgerliste: Wie erklärt es sich, dass Angelscheinkontrollen – alle ohne Beanstandungen – und die Kontrolle leerer Schulhöfe mit am häufigsten vorkämen? Zu Schulen, erläutert die Verwaltung, werde der Sicherheitsdienst nach vorheriger Beschwerde von Anwohnern oder aus der Schule selbst geschickt. Die Einsätze sind demnach der regelmäßigen Nachkontrolle geschuldet. Bei den Anglerkontrollen wiederum handele es sich um ein „Nebenprodukt“. Soll heißen: Ist der Sicherheitsdienst auf Grünanlagen unterwegs und trifft er auf Angler, werden diese nach ihrer Angelerlaubnis gefragt. Kritisch merkt Schoofs an: „Wieso kann sich der Leser dieser Aktenordner des Eindrucks nicht erwehren, dass der private Sicherheitsdienst lieber am Flussufer einmal mehr einen Angler wegen seines Angelscheines kontrolliert, als sich in der City mit unbequemen Jugendlichen zu befassen?“

Die Fußgängerzonen seien nicht der einzige sogenannte Angstraum in der Stadt, erwidern die Verantwortlichen. Stattdessen werde die Streife zu unterschiedlichen, von Bürgern gemeldeten „Angsträumen“ geschickt. Gerade durch die tägliche Präsenz auf Spielplätzen, Schulhöfen oder anderen Überwachungsobjekten sei davon auszugehen, dass eine Vielzahl von Straftaten verhindert werde.

Irritiert ist die Bürgerliste auch darüber, dass eine Streife innerhalb kurzer Zeit an zahlreichen Orten Kontrollen durchführe. Der Vermutung, dass die Sicherheitsleute nur vom Auto aus einen Blick auf den Einsatzort werfen, widerspricht die Verwaltung: „Die Mehrzahl der Kontrollen wird in den Abend- und Nachtstunden durchgeführt. Aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens ist eine entsprechende Anzahl gründlicher Kontrollen durchaus möglich.“