01.09.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt
Kölner Stadt-Anzeiger | Ausstellung: Künstler widmen sich dem Tod
12. May 2013
http://www.ksta.de/5701526
©

Ausstellung: Künstler widmen sich dem Tod

Peter Müllewitsch die Leiterin des Kulturkreises und Rolf Pütz hängen in der Herz Jesu Kirche die Bilder auf.

Peter Müllewitsch die Leiterin des Kulturkreises und Rolf Pütz hängen in der Herz Jesu Kirche die Bilder auf.

Foto:

Britta Berg

Leverkusen -

Zwei Kilo Wolle und eine Menge Arbeit stecken im Filz-Bild von Sandra Struck-Germann. Angefertigt wurde es extra für die Ausstellung „Dem Tod nicht das letzte Wort lassen“, die seit Sonntag in der Citykirche Herz Jesu zu begutachten ist. Der Filz zeigt das Gesicht eines 18 Monate alten Kindes – der Tochter der Künstlerin – in grau und purpur. „Für Kinder ist klar, dass es nach dem Tod etwas geben muss“, erklärt Struck-Germann ihren Bezug zum Thema.

Ein Thema, das zur Kirche passt, wie Pfarrer Ralf Hirsch betont: „Auf die Idee sind wir Ostern gekommen. Jesus selbst steht doch dafür, dem Tod nicht mit Schrecken entgegenzusehen. Und die Kunst ist eben eine Chance, über Dinge nachzudenken und zu sprechen, die die Menschen wirklich im Innersten bewegen.“ Den Menschen bewegen möchte auch Petra Müllewitsch. Sie ist Initiatorin des Onlineforums „Kultur Kreis“, einer Gruppe von 300 Künstlern aus Leverkusen und Umgebung, die sich nicht nur im Internet austauschen.

Müllewitsch ist hauptverantwortlich für die Zusammenarbeit des Kreises mit der Citykirche und zeigt auch ihre eigenen Werke. Die sind zum Teil sehr düster und könnten kleinen Kindern vielleicht sogar ein wenig Angst machen. „Wenn mich etwas bewegt, dann finde ich darin meine Inspiration“, sagt Müllewitsch.
Ganz anders präsentieren sich die Werke der anderen beiden Künstlerinnen: Marion Wenges Bilder zeigen Wolken und Landschaften in hellen Farben, während Martina Scholl, die sich selbst als „fröhliche Malerin“ bezeichnet, den Mittelweg geht. Ihre Werke sind ein wenig abstrakt und haben eins gemeinsam: „Es wird dargestellt, wie irgendetwas durch das Dunkle ins Helle, zur Hoffnung, bricht“, erklärt Scholl.

Die Ausstellung ist die erste ihrer Art und wird vermutlich nicht die letzte sein. „Bis zum Ende des Jahres sind schon eine Vielzahl anderer geplant“, sagt Pfarrer Hirsch, „die Kirche hat doch eine so lange Tradition darin, Künstler zu fördern, warum jetzt damit brechen?“ (mad)