25.05.2016
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Autobahn 1: Rheintunnel als Alternative?

Die Leverkusener Rheinbrücke.

Die Leverkusener Rheinbrücke.

Foto:

Ralf Krieger

Leverkusen -

Schnell muss es gehen und es darf keine halbe Sache sein - darin war sich die illustre Runde einig, die gestern auf Einladung von Landesverkehrsminister Michael Groschek in Düsseldorf über das Problem der baufälligen Leverkusener Rheinbrücke beriet. Und schnell bestand auch Einigkeit darin, die Chance zu nutzen und von 2025 an die Autobahn 1 achtspurig bei Leverkusen über den Rhein zu führen. Dazu, so die gegenwärtige Planung, soll die Leverkusener Brücke mittels einer Notoperation bis März 2013 soweit hergerichtet sein, dass der Schwerlastverkehr bis zu einem Gewicht von 44 Tonnen vorerst wieder darüber rollen darf. Schnellstmöglich soll die Planung für einen Brückenneubau unmittelbar nördlich neben der bisherigen Brücke gleichzeitig durchgezogen werden. Sobald diese Brücke fertiggestellt und in Betrieb genommen ist - ins Auge gefasst ist dafür das Jahr 2020 -, soll die bisherige Rheinbrücke abgebrochen und an gleicher Stelle neu errichtet werden, so dass am Ende eine Doppelbrücke mit jeweils vier Fahrspuren plus einer Standspur je Fahrtrichtung steht.

Von einem "guten Gespräch in einer sehr großen Runde", berichtete Leverkusens Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn danach auf Anfrage. Neben den Fachleuten der Ministerien war alles vertreten, was im Rheinland irgendwie mit Verkehr zu tun hat und von dem aktuellen Problem bei Leverkusen betroffen ist, von den Kommunen der Region über die Regierungspräsidenten, IHK und Handwerkskammer, Gewerkschaften und Wirtschaftsvertreter, Spediteure sowie auch Chempark-Chef Ernst Grigat. "Wir wurden ausführlich informiert und jeder konnte für seine Anliegen Laut geben", so Buchhorn über die etwa 60-köpfige Gesprächsrunde im Verkehrsministerium.

Weniger Lärm

Es sei eine erfreuliche Perspektive, wenn der beschleunigte Brückenneubau ohne große Sperrung komplett bis 2025 erledigt werden könne, so Buchhorn. Er wollte jedoch die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen, auch einmal radikal anders zu denken und auszuloten, welche Perspektiven sich in der jetzigen Situation für Leverkusen neu auftun könnten. "Warum nicht den ganzen Verkehr in eine Röhre packen und die A 1 in Tunnellage unter dem Rhein her führen?", warf Buchhorn eine Frage auf, die nun auch einmal auf Machbarkeit und Finanzierbarkeit hin überprüft werden soll. Abgesehen vom Platz, der mitten im Stadtgebiet mit einer Verlagerung der Piste unter die Erde gewonnen werden könnte, wäre dies auf Dauer mit einer deutlichen Entlastung der Bevölkerung von Verkehrslärm verbunden, gibt der Leverkusener Verwaltungschef zu bedenken.

Zwar will Buchhorn seine Vorstellung nicht ganz mit den Dimensionen des Hamburger Elbtunnels vergleichen, aber bei einem Tunnel von Alkenrath bis Köln-Niehl käme das Vorhaben dem Mammutprojekt schon sehr nahe. In jedem Fall will Buchhorn sich selbst in Hamburg und beim Land Niedersachsen in Sachen Elbtunnelbau informieren, um über die jetzt vereinbarte grobe Kostenschätzung für Leverkusen trefflich mitdebattieren zu können. "Warum nicht auch das Undenkbare zu denken versuchen?", fragte Buchhorn. "Wir fliegen zum Mond und zum Mars, da müssen wir doch auch ein solches Projekt umsetzen können, das den Menschen in der Nachbarschaft unmittelbar hilft." Er werde jedenfalls nichts unversucht lassen, für die beste Lösung zu kämpfen. Auch wenn schon weit geplant sei.