27.09.2016
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Autobahnplanung: Einfluss nehmen, bevor es zu spät ist

Die Stelzenautobahn in Leverkusen vom Wasserturm aus fotografiert.

Die Stelzenautobahn in Leverkusen vom Wasserturm aus fotografiert.

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Ralf Krieger

Leverkusen -

Die Stadt wartet, anderswo werden Nägel mit Köpfen gemacht. Diese Ansicht vertritt Friedrich Jonas. Der Sprecher des Netzwerks gegen Lärm hat am Freitag zwei Bürgeranträge vorgelegt mit dem Ziel, eine bessere Beteiligung der Bürger an der Ausbauplanung für die Autobahnen in Leverkusen zu erzwingen. „Wir sehen, dass die Planungen bei Straßen NRW in großen Schritten weitergeführt werden“, schreibt Jonas. Über Alternativen werde „nicht einmal ansatzweise“ mit den Bürgern gesprochen, sondern in Sachen Rheinbrücke, Ausbau der Stelzenautobahn und Erneuerung des Leverkusener Kreuzes Pläne festgezurrt ohne Beteiligung der Stadt.

„Daher halten wir es für unerlässlich, eine direkte Akteneinsicht für den Rat und die Interessengemeinschaften zu fordern. Die Akteneinsicht sollte allumfassend sein“, heißt es in beiden Anträgen, die der Stadtrat am besten in einer Sondersitzung behandeln sollte. Das forderte am Freitag Erhard Schoofs, Fraktionschef der Bürgerliste. Im Netzwerk Lärm begrüßt man zwar den Stadtratsbeschluss, unter Leitung der neuen Baudezernentin Andrea Deppe einen Arbeitskreis zu gründen, der die Verkehrsplanung eng begleitet. Aber die Bürger befürchten, dass das zu lange dauert: Deppe tritt ihr Amt am 1. Juli an; vorher passiert nichts. „Wir möchten umgehend einen Arbeitskreis bilden“, so Jonas. Er könne zunächst kommissarisch geführt werden. Die Erwartungen an das Gremium sind groß: Es soll „Alternativen zur bestehenden Planung und ein Gesamtkonzept für den Autobahnausbau entwickeln“ so Jonas. Gedacht ist an Entlastungsstrecken für das Leverkusener Kreuz und die Rheinbrücke – mithin an eine weitere Rheinquerung.

Um so etwas leisten zu können, will das Netzwerk Lärm den Verkehrsplaner Bernhard Steinauer ins Boot holen. Der Aachener Professor hat zuletzt im Bürgerauftrag untersucht, ob eine Umgehungsstraße für Hitdorf sinnvoll ist. Nach Meinung des Netzwerks ist Steinauer auch der richtige Mann, um mit den Straßenplanern des Landes grundsätzlich zu diskutieren. Die, so Jonas’ Eindruck, ließen sich derzeit von Bürgerinteressen nicht beirren. Die aber „werden sich mit dem Zugeständnis der Farbauswahl für die Brücke nicht zufrieden geben“. Genau so viel Einfluss hatte im Januar Michael Heinze vom Düsseldorfer Verkehrsministerium den Leverkusenern eingeräumt.


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