27.09.2016
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Balkantrasse: Eine Röhre für die Radfahrer

Die Brücke nach Romberg

Die Brücke nach Romberg

Foto:

Ralf Krieger

Leverkusen -

Einen Tunnelblick brauchen die Radfahrer auf dem künftigen Balkan-Radweg nicht zu befürchten, dafür ist die Röhre viel zu kurz.

„Aus diesem Grund bekommt sie auch keine Beleuchtung“, erklärte Brückenbauingenieur Ulrich van Acken von den Technischen Betrieben Leverkusen (TBL) gestern Nachmittag in Romberg.

Natursteinbögen mit Erdreich ausgefüllt

Kurz vor der Burscheider Stadtgrenze unterquert die Trasse des ehemaligen Balkanexpress’ die Brücke, die die kleine Ortschaft mit der Burscheider Straße und dem Rest der Welt verbindet. Allein, das aus dem 18. Jahrhundert stammende Bauwerk bröckelt und müsste aufwändig saniert werden. Technisch wäre das durchaus machbar, wenn auch nicht ganz billig.

Allerdings wäre Romberg dann wochen-, wenn nicht monatelang von der Außenwelt abgeschnitten. Überlegungen, in dieser Zeit ein paar Feldwege provisorisch zu nutzen, scheiterten daran, dass Feuerwehr und Notarztwagen jederzeit auf kürzestem Weg zu einem Notfall eilen müssen.

Und auch für die Müllabfuhr oder die Romberger selbst wäre das kein Vergnügen gewesen. Also entschied sich die Stadt, die die Brücke schon vor Jahrzehnten von der Deutschen Bahn „geerbt“ hatte, die Natursteinbögen mit Erdreich auszufüllen.

Keine Rampen

Genauso hatte es bereits die Nachbarstadt Burscheid mit der Brücke Jahnstraße gemacht, allerdings war zu jener Zeit noch keine Rede von einem Radweg. Im Fall Romberg meldete sich rechtzeitig vor einer Entscheidung der Förderverein zu Wort und wies darauf hin, dass für die Nutzer der Trasse eine Möglichkeit offen bleibe müsse, das Hindernis zu überwinden. Am besten ohne Rampen, weil die nur mühsam zu bewältigen seien.

Die Lösung ist seit ein paar Tagen in Romberg zu sehen und besteht aus einer Stahlblechröhre, die aus vielen einzelnen Segmenten zusammengeschraubt wird. Fixiert wird der Tunnel mit seitlich angeschüttetem Kies, auf den Erdreich und ganz zum Schluss Dünnbeton kommt. Das Ganze wird dann noch begrünt, und von der Brücke selbst sind am Ende nur noch die oberen Enden der Ziegelsteinbögen zu sehen.

Wie Ulrich van Acken erklärte, sollen die reinen Bauarbeiten bereits Ende August vollendet werden. Die restlichen Pflanzarbeiten und Geländer, damit niemand von der Brücke auf den Tunnel klettern kann, folgen dann im September.

Die Kosten betragen rund 210 000 Euro, während allein die Umfahrung nach Romberg während einer Reparatur der Brücke rund 300 000 Euro gekostet hätte. Sparsam ist die „Notlösung“ also auch noch. (hz)