28.08.2016
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Balkan-Radweg: Eröffnung ohne Prominenz

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Britta Berg

Leverkusen -

Nein, es wird kein Oberbürgermeister eine tolle Rede schwingen und auch kein Bezirksvorsteher. Stattdessen werden am kommenden Donnerstag 500 Luftballons losgelassen – aus Kinderhänden. Die sollen ja neben den Ausflüglern vom neuen Radweg auf der Balkantrasse profitieren. Deshalb stehen sie an Christi Himmelfahrt im Mittelpunkt. Ein gut fünf Kilometer langes Teilstück des Radweges wird eröffnet, Burscheid ist nun auch mit dem Fahrrad ganz nah – was sich schon beim Eröffnungsfest bemerkbar machen soll.

Kurz vor der Eröffnung am Pattscheider Bahnhof hat sich noch einmal der Gemeinsinn bewährt: Kai Wagner aus dem Vorstand des Fördervereins Balkantrasse Leverkusen berichtet am Donnerstag, wie die Firma Nowack mal eben 150 Tonnen Schotter für die alten Bahnsteige verteilt hat. Nur so ist es überhaupt möglich, unterhalb des Bahnhofs das achtstündige Festprogramm auszurichten. Auf 150 Metern werden sich die Attraktionen aneinanderreihen.

Essen und Getränke gibt’s – und beim „Trassenradler“ war ebenfalls Gemeinsinn erforderlich. „Die Etiketten haben wir selbst draufgeklebt“, sagt Kai Wagner. Und Werner Nolden erzählt, dass es damit nicht getan war: „Die Original-Aufkleber kommen schon beim Abfüllen dran. Also mussten die Flaschen alle ins Warmwasserbad, damit die Etiketten abgehen.“ Gut, wenn man als Erfinder der Bierbörse gute Kontakte in die kölsche Brauer-Szene hat. Für das Einweihungsfest hofft Kai Wagner auf viele Besucher: „Da müssen wir ohne Verlust rauskommen.“ Denn Geld ist knapp: Der Trägerverein musste sich auf 20 Jahre verpflichten, die 5,3 Kilometer Balkan-Radweg zwischen Romberg und Imbacher Weg zu unterhalten. Das wird kosten: Allein das Wegschaffen des Laubs im Herbst wird ein enormer Aufwand. Dann müssen 18 Mülleimer geleert, Sträucher geschnitten werden. Deshalb hat der Verein „Trassenpaten“ berufen, die jeweils 800 Meter im Auge behalten. Kürzere Abschnitte wären besser: Freiwillige sind gern gesehen. Teuer werden auch die regelmäßigen Prüfungen der Brücken – bei begrenztem Budget: „Wir haben 14 000 Euro im Jahr. Das ist knapp“, sagt Karl-Friedrich Weber, der Vorsitzende des Fördervereins.

Bisher aber ist alles bestens gelaufen. 1,7 Millionen Euro wurden bewegt, tausende Stunden an Arbeitsleistung erbracht. Und das alles ohne jede Unterstützung der Stadt Leverkusen, die das Radweg-Projekt aus Kostengründen abgelehnt hatte. Dafür ist die öffentliche Hand dabei, wenn es um den Anschluss der Bahnstadt geht. Wenn dieser Abschnitt in zwei, drei Jahren eröffnet wird, spricht mit Sicherheit auch die Prominenz.