31.07.2016
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Balkantrasse: Es darf wieder mit angepackt werden

Harald Drescher (rechts) und seine Mitstreiter im Bereich der Straße Auf dem Bohnbüchel. Der Zugang zur Trasse führt über Privatgelände und kann deshalb nicht ausgebaut werden.

Harald Drescher (rechts) und seine Mitstreiter im Bereich der Straße Auf dem Bohnbüchel. Der Zugang zur Trasse führt über Privatgelände und kann deshalb nicht ausgebaut werden.

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Ralf Krieger

Opladen -

Gegen überflüssige Pfunde, angefuttert an den Feiertagen, hätte der Vorstand des Fördervereins Balkantrasse ein gutes Mittel. Im Januar soll auf der Trasse zwischen Opladen und Burscheid wieder gearbeitet werden. Für die Freischnittarbeiten werden Freiwillige gesucht, das Datum wird noch bekanntgegeben. Über mangelnde Unterstützung konnte sich der Verein bislang nicht beklagen. "Unsere Mitglieder sind sehr rege", sagte Schatzmeister Manfred Haußmann in einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Ein Etappensieg

Zum Jahresende blickten Hausmann, der zweite Vorsitzende Hartmut Lehmler und Harald Drescher, Leiter der Arbeitsgruppe Planen/Bauen, auf erfolgreiche Monate zurück. Anfang Dezember hat der Leverkusener Rat einstimmig den Beschluss zum Ausbau der ehemaligen Bahnstrecke 411 ("Balkantrasse") zu einem Rad- und Wanderweg gefasst - für den Verein ein wichtiger Etappensieg.

Bereits im September hat der Verein, der den Radweg nach seiner Fertigstellung 20 Jahre instand halten muss, bei der Bezirksregierung einen Förderantrag gestellt. Die Kosten für den 5,5 Kilometer langen Weg, die Sanierung von acht Brücken und den Ausbau von fünf Zugangspunkten zur Trasse belaufen sich auf rund 1,9 Millionen Euro. Übernimmt das Land 80 Prozent der Kosten, so wie beantragt, beläuft sich der Eigenanteil des Vereins auf rund 380 000 Euro. Das Geld ist dank Mitgliedsbeiträgen, Spenden und einer Überweisung der Deutschen Bahn vorhanden. "Üblich ist aber nur eine 75-prozentige Förderung. Werden unsere besonderen Förderkriterien anerkannt, gibt es mehr Geld", erläuterte Harald Drescher.

Für den Verein machten fünf Prozent einen Unterschied von knapp 100 000 Euro aus - viel Geld, das in Bänke, Mülleimer oder Spielplätze investiert werden könnte. Ein Wermutstropfen ist die Weigerung eines Grundstücksbesitzers, den Zugang zur Trasse in Höhe der Straße Auf dem Bohnbüchel zu ermöglichen.

Der Förderverein Balkantrasse Leverkusen hat derzeit 1749 Mitglieder. Laut Manfred Hausmann belaufen sich die Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge und zugesicherte Spenden der Mitglieder auf 13 000 bis 14 000 Euro jährlich. "Das ist ausreichend Geld, um die Trasse instand zu halten", so der Schatzmeister.

Nachricht über die Höhe der Förderung erwartet der Verein im Frühsommer. Danach könnten die notwendigen Arbeiten ausgeschrieben werden, so dass im Laufe des Sommers Baubeginn wäre. Drescher arbeitet bei der Stadt Wermelskirchen im Tiefbauamt und hat den dortigen Ausbau der Bahnstrecke zum Radweg begleitet. Skeptiker habe es in Wermelskirchen viele gegeben. Seit der Eröffnung der Strecke von von Remscheid über Wermelskirchen bis Burscheid im April überwiege jedoch die Begeisterung. "Eine ungeheure Zahl von Radfahrern ist auf der Strecke unterwegs, alle Erwartungen wurden übertroffen", so Drescher.