26.09.2016
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Bayer-Stürmer: Kießling bringt Kochbuch heraus

Eine Seite aus dem Buch des Bayer-Stürmers zeigt die vielen Kochgesichter des Stefan Kießling.

Eine Seite aus dem Buch des Bayer-Stürmers zeigt die vielen Kochgesichter des Stefan Kießling.

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Leverkusen -

Für die Nationalmannschaft wird Stefan Kießling in seinem Leben wohl nicht mehr auflaufen – was nicht unbedingt an seinen Fertigkeiten als Fußballer liegt. Vielleicht aber kann er Bundestrainer Jogi Löw anderweitig überzeugen: als Koch. So einer wäre der Stürmer von Bayer 04 nämlich heute, wenn er nicht Profifußballer geworden wäre. Das sagt Kießling selbst – und zwar in seinem eigenen „Kies-Kochbuch“, das er jetzt veröffentlicht und in dem durchaus das eine oder andere Gericht aufgeführt wird, mit dem sich auch ein konsequent seine Linie fahrender Bundes-Jogi bestechen lassen könnte.

Liebe zum Detail

Wer sich durch die 65 Seiten blättert, dem dämmert es gar, dass selbst eingefleischte FC-Fans aus Köln – die mit dem kochenden Fußballer und dessen Klub ja ungefähr soviel anfangen können wie Vegetarier mit dem Fleischteller vom Griechen um die Ecke – durchaus Gefallen finden könnten an Kießlings Gerichten, die er über die Jahre gesammelt und daheim im Familien- und Freundeskreis regelmäßig kredenzt hat.

Denn egal ob die „Königsberger Klopse“ nach Art des ehemaligen Bayer-Stars Calle Ramelows, die „Medaillons vom Kalbsfilet im Serrano-Schinken-Mantel unter Aprikosen-Kruste“, die Kießlings Berater Ali Bulut so liebt, „Kies Quiche“, die „Waffeln nach Omas Art“, der „Fanta-Kuchen“ der Schwester oder die „Walnuss-Kinder-Pasta“ als Leibspeise seines Sohnes Tyler – es macht Lust auf Schnibbeln, Abschmecken, Kochen, Backen, Braten abseits von Pommes mit Currywurst und Supermarkt-Eis aus der Plastikdose.

Hinzu kommt die Liebe zum Detail und zum Kuriosen, mit der das Buch vollgepackt ist: Von Rudi Völler („Wer soviel läuft wie Kies braucht Kohlenhydrate, Kohlenhydrate, Kohlenhydrate“) über den ehemaligen Torhüter Rüdiger Vollborn („Lieber Kies, auch beim Putenbraten gilt: Übung macht den Meister“) bis hin zu Kießlings Vater Uwe („Wenn du ein Tor machst, gibt es Spaghetti Bolognese, wenn nicht Gemüse – das hat immer gewirkt“) hat jeder Weggefährte des gebürtigen Franken ein paar Worte parat.

Viel Persönliches

Womit jener Reiz offenbart wäre, der das Buch eigentlich ausmacht: Es wird in Zitaten, Anekdoten und Fotos (jene mit den Grimassen sind dabei gewollt unvorteilhaft für den Herausgeber des Buches) viel Persönliches über den Fußballer und Menschen Stefan Kießling erzählt. Und selbst Fans, die lieber Mama oder die Ehefrau kochen lassen, bekommen einen Eindruck davon, warum Kießling Publikumsliebling in Leverkusen wurde. Warum er fast überall beliebt ist. Und warum er als Prototyp des bodenständigen, bescheidenen, sympathischen und durch und durch menschlichen Fußballers gilt: Natürlich auch wegen Tagliatelle und Co. Aber vor allem wegen seiner sich selbst nicht allzu ernst nehmenden Art. Jogi Löw sollte mal reinschauen ins Buch.

„Erfolgsrezepte – Wie Sie mit Ihren Kochkünsten punkten“, Stefan Kießling, Droste-Verlag, 64 Seiten, 15 Euro.