28.05.2016
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Brand in Wiesdorf: Millionenschaden nach Großbrand

Völlig vernichtet wurde das Geschäft, in dem das Feuer ausgebrochen war. Der Schaden in der Umgebung ist ebenfalls beträchtlich.

Völlig vernichtet wurde das Geschäft, in dem das Feuer ausgebrochen war. Der Schaden in der Umgebung ist ebenfalls beträchtlich.

Foto:

Britta Berg

Leverkusen -

Bis Samstagmittag war die Leverkusener Feuerwehr damit beschäftigt, den Großbrand in der Einkaufspassage Rialto-Boulevard über dem Europaring in Wiesdorf zu löschen. Zwei Personen wurden bei dem Feuer leicht verletzt, der Sachschaden kann die Millionenhöhe erreichen. Die Passage bleibt bis mindestens Montag komplett gesperrt, da Deckenteile herabzustürzen drohen und Menschen gefährden könnten. Fußgänger müssen den Umweg über die Y-Brücke und das Rathaus-Center oder am Forum vorbei zum Kinopolis nehmen.  Am Montagmorgen soll auf einer Lagebesprechung beim Oberbürgermeister abgestimmt werden, wie die Reparaturen erfolgen können und wie wenigstens ein Durchgang vom Busbahnhof zur City wieder geöffnet werden kann.

Das Feuer war aus  noch ungeklärter Ursache   um 21.05 Uhr in einem Ein-Euro-Laden   ausgebrochen. Die Brandmeldeanlage der Ladenstraße löste aus, zwei Löschzüge wurden in Marsch gesetzt. Als kurz danach mehrere Notrufe auf der Leitstelle eingingen, dass noch eine Person in einem Ladenlokal vermisst werde, löste die Leitstelle Vollalarm aus: Sämtliche Feuerwehrkräfte wurde zum Einsatzort beordert. Schließlich waren 142 Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren und Rettungsdienst mit insgesamt 43 Fahrzeugen sowie ein größeres Aufgebot der Polizei am Ort.

Ein Passant hatte beim Eintreffen der Brandbekämpfer den Vermissten inzwischen befreien können. Retter und Geretteter  erlitten eine Rauchvergiftung. Sie wurden zur Behandlung ins Klinikum gebracht. Derweil suchte die Feuerwehr die Ladenpassage nach möglichen weiteren Personen ab und startete dann den Löschangriff von innen und außen. Die Polizei sperrte unterdessen das Umfeld großräumig ab. Europaring und Busbahnhof wurden komplett abgeriegelt. Zwei Drehleitern waren vom Busbahnhof und vom Europaring aus im Einsatz. Die Flammen  hatten inzwischen auf ein benachbartes Blumen- und ein Modegeschäft  übergegriffen, schlugen aus dem Dach  und fraßen sich durch eine Zwischendecke hindurch.

Feuer war gegen 1 Uhr unter Kontrolle

Gegen 1 Uhr war das Feuer weitgehend unter Kontrolle; Nachlöscharbeiten dauerten bis in den Samstagmorgen an. Erst mittags wurde – nachdem die Brücke noch einmal gründlich mit einer Wärmebildkamera auf Glutnester überprüft worden war und feststand, dass keine losen Fassadenteile auf den Europaring abstürzen konnten – die Brandwache abgezogen. Die Wohnungsgesellschaft Leverkusen, Haupteigentümerin und Verwalterin des Rialto-Boulevard,  ließ diesen mit Bauzäunen verschließen. Schilder daran weisen auf die Umleitung für Fußgänger durch die Rathaus-Galerie hin.

Am Vormittag fand sich die Verwaltungsspitze mit Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn, Baudezernentin Andrea Deppe und Ordnungsdezernent Markus Märtens am Brandort ein. „Das sieht ja aus wie nach einem Bombenanschlag“, entfuhr es Buchhorn beim Anblick der völlig zerstörten Ladenlokale und der in der Hitze geborstenen gläsernen Deckenverkleidung. Womit er natürlich keine Aussage über die Brandursache tun wollte. Schließlich ermitteln noch die Brandsachverständigen von Feuerwehr und Polizei. Womöglich geben auch Bilder der Überwachungskameras in der Passage und Zeugenaussagen  Aufschluss über die Brandursache.

In jedem Fall soll der Rialto-Boulevard schnellstmöglich gesichert und wieder freigegeben werden. Der direkten Fußweg von den Zügen und Bussen ins Stadtzentrum wird benötigt und außerdem von insgesamt 18 Läden und Gaststätten gesäumt. Am Samstag war er für die Passanten nur als Sehenswürdigkeit mit Sensationswert zu nutzen. An den Absperrungen wurde der Brandort mit Smartphones eifrig fotografiert und gefilmt.