27.07.2016
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Bundesverkehrsminister: CDU-Ratsherr ätzt gegen Ramsauer

Peter Ramsauer.

Peter Ramsauer.

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dpa

Leverkusen -

Wie sich die Zeiten ändern! Einst wurden die Inhaber von Regierungsämtern bei Besuchen der "Menschen draußen im Lande" von Begrüßungskomitees empfangen, die ihnen, wenn schon nicht huldigten, so doch wenigstens ein gastfreundliches Maß an Ehrerbietung zuteilwerden ließen. Kommt heute ein Minister zu Besuch, muss er sich auf weniger freundliche Ansprache gefasst machen - nicht nur am Stuttgarter Hauptbahnhof oder am Berliner Flughafenbau.

Im Fall Leverkusen erledigt den Nicht-Willkommens-Gruß in dieser Woche CDU-Ratsherr Bernhard Marewski. Dem christsozialen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, der sich Dienstagabend gemeinsam mit seinem NRW-Kollegen Michael Groschek die Baustelle der Leverkusener Rheinbrücke anschauen will, schmettert er kein fröhliches "Grüß Gott" entgegen, sondern gibt sich in einem Offenen Brief zur Begrüßung wutbürgerlich patzig: "Wir in Leverkusen wollen Lösungen und keine ahnungslosen Minister."

Dass an der Brücke eifrig gearbeitet werde, wolle man sich anschauen, hatte die Düsseldorfer Staatskanzlei den Medientermin angekündigt, weil ja auf der Brücke nichts zu sehen sei von den Arbeiten darunter. Und Marewski ätzt dazu: "Das ist doch nicht Ihr Ernst. Dafür kommen Sie nach Leverkusen?"

Marewski wünscht sich statt hinreichend besorgt bis zuversichtlich blickender Minister handfeste Informationen über konkrete Verkehrsplanungen, Zeitpläne und vor allem eine "unmittelbare Einbindung unseres Oberbürgermeisters Reinhard Buchhorn" - so nah war Marewski seinem Parteifeind noch nie - "in sämtliche Aktionen und Gespräche", jedenfalls wenn es um die Autobahnen in Leverkusen geht.

Immerhin schließt Marewski formwahrend doch noch mit "freundlichen Grüßen". Ob das noch etwas rettet? Der Bundesminister aus dem Klartext liebenden Bayern wird schon verstanden haben, was der zu Karneval auch gern mal Lederhosen tragende CDU-Kollege aus Leverkusen gemeint hat: "Wisst's nix? Bringt's nix? Dann schleicht's Euch!" Wie gesagt: Freundlich geht anders. Das muss der OB jetzt wohl wieder richten.