25.08.2016
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Demonstration in Leverkusen: Ein deutliches Signal für den Autobahntunnel

Demo in Leverkusen.

Demonstration in Leverkusen. Die Leute fordern einen Tunnel statt Stelzen.

Foto:

Ralf Krieger

Leverkusen -

Sie waren meist zu Fuß oder mit Fahrrädern gekommen, schoben Kinderwagen oder Rollator, fuhren im Rollstuhl mit oder zogen einen Bollerwagen. „Tunnel statt Stelze“ stand als das Demo-Motto aufgedruckt auf T-Shirts und es wurde im Laufe des Marschweges von den Teilnehmern der Demo zunehmend lautstark intoniert, angetrieben von einem jungen Einpeitscher mit Megafon, der ständig motivierte: „Lauter, da geht noch was!“

Eskortiert von der Polizei und zahlreichen Ordnern in Warnwesten zogen zunächst über 1100 Demonstranten über die Bismarckstraße in Küppersteg und durch die Neuenhof-Siedlung bis zu einer Abschlusskundgebung unter der A-1-Stelze. Später sprach Peter Westmeier, Sprecher der veranstaltenden Leverkusener Initiativen für Verkehrsplanung, von knapp 2000 Teilnehmern, wobei er seine Schätzung sehr großzügig der eigenen vorherigen Erwartung anpasste. Die reale Zahl dürfte bei knapp 1500 gelegen haben.

Als sich der Demonstrationszug nach der Aufstellung auf der Flensburger Straße in Bewegung setzte, schritt Politprominenz in der ersten Reihe mit dem Motto-Transparent voran. Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn bildete mit den Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach (SPD) und Helmut Nowak (CDU), sowie den Spitzen von Rat und Verwaltung und den drei LIV-Sprechern die Demo an.

In der zweiten Reihe fand die orangefarbene Revolution der CDU statt, die es sich nicht hatte nehmen lassen, sich mit eigenen T-Shirts und Transparent in Szene zu setzen. Die Freidemokraten gaben sich ganz gelb, unter roten Parteifähnchen spazierten die Sozialdemokraten mit der Landtagsabgeordneten Eva Lux, OB-Kandidat Uwe Richrath und der nahezu kompletten Ratsfraktion. Ein grüner Schirm mit Sonnenblume wurde ebenso gesichtet wie vormalige Piraten, standhafte Opladener und manche Individualisten, die ihre Unterstützung der Forderung nach einem Autobahntunnel auf ganz eigene Weise auf Schildern und Transparenten Ausdruck verliehen.

„Ist das geil!“

„Ist das geil, was Ihr hier auf die Straße gebracht hat!“, freute sich Demo-Veranstalter Peter Westmeier bei der Kundgebung unter eben jener Autobahnbrücke, deren Fahrbahnen nach seinem Willen nicht als Stelzenautobahn verdoppelt werden, sondern ebenso unter der Erde verschwinden sollen, wie Teile der A 3 zwischen Leverkusen-Zentrum und Leverkusener Kreuz. Die Demoteilnehmer hatten sich um den Traktor-Anhänger geschart, der ihrem Zug vorausgefahren war und der nun zur kleinen Kundgebungsbühne wurde.

Heftigen Beifall erhielt Oberbürgermeister Buchhorn für seine Aussage: „Leverkusen wehrt sich gegen eine Megastelze. Wir werden kämpfen, bis der Tunnel kommt. Das ist unsere Botschaft und ein deutliches Warnsignal an das Land als Planer und den Bund als Geldgeber.“ Jetzt würden Tatsachen für Jahrzehnte geschaffen und die einmalige Chance müsse genutzt werden, das Betonmonster, das die Stadt zerteile, verschwinden zu lassen. „Damit nach Jahrzehnten wieder Sonnenschein auf diesen Boden fällt“, rief Buchhorn im Schatten der Stelze aus.

Dass sie sich für dieses Anliegen ihrer Stadt einsetzen werden, versprachen beide Bundestagsabgeordneten. Dass der Autobahntunnel als eine Variante ernsthaft geprüft werde, habe Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) versprochen, berichteten beide. „Der Tunnel ist die einzige akzeptable Lösung für Leverkusen“, betonte Karl Lauterbach, der als Gesundheitspolitiker von seiner fachlichen Seite aus argumentierte. Wie er unterstrich auch Helmut Nowak, dass dies keine parteipolitische Frage sei, sondern die Abgeordneten gemeinsam an einem Strang zögen. LIV-Sprecher Peter Westmeier versprach, von der starken Unterstützung durch diese Demo beflügelt, dies sei erst der Anfang im Kampf der Leverkusener für den Autobahntunnel: „Am Ende wird es gut werden. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende.“