25.07.2016
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Einsparungen: Bayer-Chef spart bei Kunststoffen

Marijn Dekkers

Marijn Dekkers

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Bild: M. Grönert

Leverkusen -

Der Bayer-Konzern setzt bei seinem Kunststoff-Geschäft den Rotstift an. Konzernchef Marijn Dekkers plant weitere Einsparungen in der Sparte, die unter Bayer MaterialScience firmiert. Man sei mit den Arbeitnehmervertretern in Gespräche über die kommenden drei bis vier Jahre eingetreten. „Wir müssen weiter Kosten sparen und noch effizienter werden“, sagte Dekkers.

Die Sparte, in der zum Beispiel Kunststoffe für Autoteile, DVDs oder Polsterungen hergestellt werden, steht gleich von mehreren Seiten unter Druck. Zum einen belasten die gestiegenen Stromkosten wegen des hohen Energiebedarfs in der Produktion die Ergebnisse. Auch Rohstoffe seien derzeit relativ teuer. Zum anderen falle es Bayer schwer, wegen der Überkapazitäten im Weltmarkt höhere Preise durchzusetzen, sagte Dekkers. Dank eines Vertrags zur Beschäftigungssicherung sind betriebsbedingte Kündigungen in dem Segment bis 2015 jedoch ausgeschlossen. Eine eventuelle Verlängerung dieses Vertrags sei derzeit kein Thema, so Dekkers.

Letzter Umbau vor vier Jahren

Bei MaterialScience arbeiten gut 14 000 der weltweit ungefähr 113 000 Bayer-Mitarbeiter. Die Sparte trägt rund ein Viertel zum Konzernumsatz bei, erzielte aber im vergangenen Jahr die geringste Rendite der drei Geschäftsbereiche des Konzerns. Dekkers zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die wirtschaftliche Gesamtlage der Sparte zuträglich sei. So dürfte in den kommenden Jahren die derzeit gebremste Nachfrage in Ländern wie China wieder anziehen. Zudem werde das Marktwachstum zu einem Abbau der seit der Finanzkrise aufgelaufenen Überkapazitäten führen.

Den letzten größeren Umbau hatte die Kunststoff-Sparte im Jahr 2009 infolge der Wirtschaftskrise über sich ergehen lassen müssen. Seitdem habe es kaum Eingriffe gegeben, sagte Dekkers. Inwieweit es nun zu Stellenstreichungen kommen könnte, ließ er offen. Große Einschnitte seien aber nicht geplant. Die anderen beiden Geschäftsbereiche, Pharma und Pflanzenschutz, liefen derzeit auf Hochtouren.