28.09.2016
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Giftköder in Leverkusen: Halter fürchten zunehmend Hundehasser

Marion Rost (l., mit Ilana) beklagt den miesen Umgang zwischen Hundebesitzern. Christa Gruber mit Fino und Dirk Henning mit Butch machen vor, wie man die Hunde kontrolliert, selbst wenn ein Pferd vorbeikommt.

Marion Rost (l., mit Ilana) beklagt den miesen Umgang zwischen Hundebesitzern. Christa Gruber mit Fino und Dirk Henning mit Butch machen vor, wie man die Hunde kontrolliert, selbst wenn ein Pferd vorbeikommt.

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Ralf Krieger

Leverkusen -

Die Angst geht um in Leverkusen. Bei den Haltern großer wie auch kleiner Hunde. Bereits vor zwei Jahren machte die Vergiftung von Hunden am Oulusee die Runde. Nun wurden im Schlebuscher Wäldchen zwischen Dhünn und Hammerweg wieder Warnschilder mit dem Hinweis auf Giftköder aufgehängt. Offenbar war es ein Bluff, denn Köder fand das Veterinäramt keine. Als Rache gegen Tretminen entsteht offenbar eine Art Selbstjustiz, die wiederum für eine vergiftete Atmosphäre steht, die aus dem Ruder zu laufen droht.

Für Marion Rost, die in Leverkusen eine Hundeschule betreibt, steht fest, dass die Drohgesten fatale Wirkung zeigen: „Wir Hundehalter sind super verunsichert und haben Angst, mit unseren Hunden Gassi zu gehen. Einige Hundehalter ziehen ihren Hunden sogar einen Maulkorb an, damit sie nichts vom Boden aufnehmen können.“

Kaum beweiskräftige Anzeigen

Die Stadtverwaltung kann eine akute Gefahr durch Giftköder nicht erkennen. „Das Veterinäramt hat in vergangener Zeit gehäuft Mitteilungen zu vermeintlichen und tatsächlichen Vergiftungsfällen und Köderauslagen beschäftigt. Allerdings ohne positive Erkenntnisse. Lediglich im Oktober 2013 wurde Pflanzengift im Erbrochenen eines Hundes nachgewiesen. Dort ist allerdings kein Täter ermittelt worden“, erklärt Stadtsprecherin Heike Fritsch.

Schwierig sei es auch in Sachen Hundekot. Konkrete und beweiskräftige Anzeigen lägen kaum vor, da Hunde und Hundehalter in der Regel unbekannt seien und Anzeigen ins Leere zielten. 30 Anrufe und E-Mails über mit Hundekot verschmutzte Straßen und Plätze erhielt die Leverkusener Stadtverwaltung im vergangenen Jahr. In 13 Fällen wurde ermittelt und es gab zwei Verwarnungen.

Für Marion Gerlach, die an die Redaktion schrieb, steht fest, dass nicht der Hund das Problem darstellt, sondern das andere Ende der Leine – „nämlich der Mensch.“ Sie fordert strengere Prüfungen der Halter durch das Ordnungsamt. Denn es komme wiederholt vor, dass Hunde aggressiv würden und die Halter keine Anstalten machten, der Lage Herr zu werden. Auch Hundetrainerin Marion Rost beobachtet, dass einige Hundehalter sich nicht an Regeln halten und keine Rücksicht walten lassen. „Ich glaube, durch diese Missstände kommt es zu immer mehr Hundehassern und das Schlimme ist, dass der Hund ja nie was dafürkann, denn es ist immer das andere Ende der Leine, welches falsch handelt. Aber leider müssen die Hunde darunter leiden.“

Auch Franz Jung aus Leichlingen macht seinem Ärger in einem Brief an die Redaktion Luft. Jung betont vorab, dass er selbst Hundebesitzer ist. Sowohl in Leichlingen als auch in Witzhelden gebe es mehr Hunde als noch vor wenigen Jahren. „Verbunden damit hat leider auch die Verschmutzung durch die Vierbeiner zugenommen. Zumal die Ränder von Wegen, Wiesen und Straßen seien kaum zu betreten, ohne mit verdreckten Schuhen nach Hause zu kommen. „Unsere Wiesen und Felder dienen der Futtergewinnung für die Landwirtschaft. Bekanntermaßen stellt durch Hundekot verunreinigtes Heu eine große Gefahr für die Kühe dar. Fruchtschädigung und Krankheiten sind die Folge“, sagt Jung. Den Mitarbeitern des Bauhofs sei es nicht zuzumuten, mit ihren Schuhen und den Mähwerkzeugen durch die verdreckten Grünstreifen zu laufen. „Mir kommt die böse Ahnung, dass auch aus diesem Grund die übergeordnete Pflege der Straßenränder sehr verhalten ausfällt.“

Erhöhung der Bußgelder gefordert

In seinem Amt als Vorsitzender der Bürgerliste Witzhelden-Leichlingen fordert Jung nun die Erhöhung der Bußgelder auf bis zu 250 Euro in Leichlingen. „Regelverstöße müssen konsequenter geahndet werden und die Effizienz des Ordnungsdienstes muss weiterhin gesteigert werden.“ Und es müssten weitere Abfallbehälter und Kotbeutelspender aufgestellt werden. Außerdem sollte die Stadt Flächen kennzeichnen, die für Hunde freigegeben sind, so Jung.