30.06.2016
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Kommunalwahl: SPD startet den Wahlkampf kämpferisch

Uwe Richrath bei seiner Bewerbungsrede.

Uwe Richrath bei seiner Bewerbungsrede.

Foto:

Ralf Krieger

Leverkusen -

So viel Freude und Einigkeit ist selten in der Kommunalpolitik. Es hatte etwas von einem fröhlichen Familientreffen als die Leverkusener SPD ihren Oberbürgermeister-Kandidaten für die Wahl im September aufstellte. Im Alkenrather Otto-Massmann-Haus, das noch immer den Charme der 50er-Jahre atmet, erinnerte man sich früherer Jahre stolzer Sozialdemokratie an Dhünn und Wupper und blickte zuversichtlich in die Zukunft.

Viel Beifall und lobende Worte gab es für Uwe Richrath, der als eine Art Gegenentwurf zum Rathaus-Herrscher Reinhard Buchhorn den modernen, aufgeschlossenen Kommunikator geben und so den Chefsessel im Ufo erobern soll. Die Wunschvorstellung und Zielvorgabe von Parteivorsitzender Eva Lux: „Bund, Stadt und Land verbindet ein rotes Band.“

„Vernetzung“ steht im Zentrum

„Vernetzung“ lautete das zentrale Schlagwort in der Bewerbungsrede des 54-Jährigen: „Vernetztes Denken statt einsamer Entscheidungen“ wolle er im Fall seines Wahlerfolges praktizieren und stets „in einem breiten Netzwerk den Dialog für die beste Lösung für unsere Stadt suchen“. Das gelte besonders für die Entwicklung des Wirtschafts- wie des Bildungsstandortes, aber auch speziell für den Autobahnausbau. Einen „vorurteilsfreien und sinnvollen Dialog zu stärken“ betrachte er als seine Aufgabe. Im Rathaus werde er „alle Kompetenzen zu Rate ziehen und eine Atmosphäre schaffen, die es jedem städtischen Mitarbeiter erlaubt, angstfrei seine Meinung zu sagen“. Dazu werde er auch seine Entscheidungen offen und transparent kommunizieren,

Was als Aussprache über diese Vorstellung auf der Tagesordnung stand, war eine Reihe von Glaubensbekenntnissen zum Kandidaten und seinen Wahlchancen. Ex-Oberbürgermeister Ernst Küchler warb vehement für Richrath. Dieser denke perspektivisch und sei ein guter Mannschaftsspieler. Mit wirtschaftlichem Sachverstand – Richrath ist Inhaber zweier Fachgeschäfte für Oberbekleidung – und bewiesener Kollegialität sei er der Richtige, um den größten Dienstleistungsbetrieb Leverkusens, die Stadtverwaltung, erfolgreich und bürgernah zu führen. Für seinen Wahlerfolg sei aber die uneingeschränkte Unterstützung durch die Partei unabdingbar. Dann werde Richrath es schaffen, spätestens in der Stichwahl.

Blick auf die Stichwahl

Auf die Stichwahl schaute auch Fraktionsvorsitzender Peter Ippolito, als er versprach, die Fraktion werde mit Richrath bis zum 27. September für den Erfolg kämpfen. Da er Uwe Richrath schon aus Jugendzeiten kenne, als sie gemeinsam Handball spielten, könne er allen, die in ihm einen „Softie“ sähen versichern: „Wer im Handballtor steht, der hat auch Härte.“

Bundestagsabgeordneter Karl Lauterbach lobte Richrath als eine Art politischer Rarität: Ein erfolgreicher Unternehmer, der weiß, wie Geld verdient wird, und der zugleich in der SPD aktiv ist; ein Mann, der in der eigenen Partei unumstritten und von den anderen respektiert sei; ein kommunikativer, freundlicher und ehrlicher Mensch, der im persönlichen Gespräch überzeuge. „Du bist der Beste, den wir haben!“

„Wir stehen komplett hinter dir“, versicherte Katja Weierstall dem „ja noch relativ jungen Kandidaten“ der Unterstützung durch die Jusos. Und Ratsfrau Nina Lepsius stellte Richraths Integrität als dessen größtes politisches Kapital heraus. Der so Gelobte versprach, die Stadt sozialdemokratischer gestalten zu wollen. „Und ich versuche, das Ergebnis schon am 13. September zu holen.“ Sein internes Wahlergebnis war jedenfalls spitze: Keine Gegenstimme.


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