31.07.2016
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Rad- und Wanderweg: Quadfahrer auf der Balkantrasse

Eine Gruppe Quadfahrer aus Mettmann knatterte jüngst über die Balkantrasse.

Eine Gruppe Quadfahrer aus Mettmann knatterte jüngst über die Balkantrasse.

Foto:

Privat

Leverkusen -

Kaum ist die Balkantrasse vom Gebüsch frei geschnitten, kommen auch schon die ersten Nutzer: Wanderer, Cross-Radfahrer, aber auch gänzlich ungebetene Fahr-Gäste. Für so genannte Quad-Fahrer ist es offenbar das Größte, mit ihren teils sehr lauten Freizeitmobilen durch die Natur zu knattern. Die Schotterstrecke zwischen Opladen und Kuckenberg ist anscheinend ein für die Quadfahrer geeignetes Terrain. Peter Mebus, Mitglied im Balkantrassen-Verein, beobachtete gleich eine ganze Gruppe von drei Quads mit Mettmanner Kennzeichen, die dort entlangfuhren.

Falls sich der Geheimtipp erst einmal in den Quad-Foren im Internet herumspricht, dann könnten die Motor-"Sportler" für die Natur und die Anwohner, aber auch die vielen Wanderer schnell zur Plage werden, glaubt man im Verein. Von dort heißt es: "Das wäre sehr übel, wenn nun schon Quads und Co. auf die Trasse drängten." Vorstandsmitglied Manfred Haußmann nahm die Sache in die Hand und fragte beim Straßenverkehrsamt nach, ob man nicht an den Zufahrten zur Trasse Verbotsschilder aufstellen könne. Ganz so einfach ist die Sache aber nicht, denn wo - juristisch betrachtet - noch gar kein Weg verläuft, da kann die Stadt keine Verbotsschilder aufstellen.

Gesetzloser Zustand

Auf dem längsten Grundstück Leverkusens herrscht aktuell ein halbwegs gesetzloser Zustand und den nutzen einige aus; die Balkantrasse macht ihrem Namen Ehre. Zur Zeit noch heißt der amtliche Eintrag im Flächennutzungsplan "Grünfläche mit Zweckbestimmung stillgelegte Bahntrasse". Über die Frage, wer dort fahren darf und wer nicht, kann im Verkehrsamt so schnell jedenfalls niemand entscheiden und Schilder aufstellen. Womöglich ist diese Frage gar Diskussionsstoff für Juristen. Nicht nur die spätere Widmung des asphaltierten Radwegs, sondern viel mehr die Widmung der Grünstreifen links und rechts der Trasse wird übrigens auch noch ein Thema werden.

Die Pflichten, etwa zur Wegesicherung, sind bei als Wald ausgewiesenen Flächen sehr viel niedriger anzusetzen als etwa auf Grünflächen, wie beispielsweise Parks. Und die Verkehrssicherungspflichten sind laut Unterhaltungsvertrag für zwei Jahrzehnte vom Verein zu leisten. Die Art der Widmung dieser Streifen, auf denen meist Bäume wachsen, wird ganz entscheidend den Aufwand bestimmen, mit dem der Balkantrassenverein später seinen Verkehrssicherungspflichten nachkommen muss.