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Magische Vitrinen für die Callas

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Bild: Christ
Die schönen Künste treffen auf hartes Handwerk. Kunstschmied Michael Hammers (links) mit Schmied Peter Swistun an der Esse in der Wesselinger Werkstatt.

In den USA ist der Kunstschmied aus Wesseling bekannt wie ein bunter Hund.

Wesseling - Michael Hammers bittet den zu früh erschienenen Gast um Geduld: „Ich muss noch schnell einen Gedanken fortführen“, sagt er und fährt mit dem Bleistift über das Papier auf dem Reißbrett. Der Mann mit dem Sieben-Tage-Bart und dem pechschwarzen Outfit arbeitet gerade an der Skizze für eine Leuchte, die einmal ein Wesselinger Grab zieren soll. Während er seine Ideen zu Papier bringt, werden Hammerschläge hörbar. Denn in diesem Gebäude wird nicht nur gedacht, es wird auch gemacht. Und beides mit Leidenschaft. Hammers ist Kunstschmiede-Meister. Zusammen mit zwei Architekten, einer Designerin sowie sechs Schlossern und Schmieden lässt der 42-Jährige am Wesselinger Wiesenweg Arbeiten entstehen, die international Schlagzeilen machen.

An einer Wand der ansonsten recht schmucklosen Werkstatt hängt das eiserne Modell des drei Meter großen Kristallsterns, der alljährlich die strahlende Spitze des Weihnachtsbaums am New Yorker Rockefeller Center bildet. Seit 2004 ist der berühmte Baumschmuck „made in Wesseling“. „Das war schon richtig gut“, schwärmt Hammers über die Zusammenarbeit mit dem Schmuckkristalle-Hersteller Swarovski, dem Auftraggeber für den Riesenstern. Die alljährliche Erleuchtung des 30 Meter hohen Baums ist ein nationales Ereignis in den USA und Hammers dort mittlerweile bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Er und sein Stern strahlten schon von der Titelseite der „New York Times“.

Bei allem internationalen Erfolg bemüht sich Hammers um Bodenständigkeit: „Es ist uns vollkommen gleich, ob wir für New York City arbeiten oder für Wesseling-Keldenich“, sagt der Chef der „Michael Hammers Studios“: „Wir machen beides mit derselben Liebe.“ Die spektakulären Aufträge kommen aber nach wie vor aus anderen Ländern. „Der Prophet gilt eben nichts im eigenen Land“, bedauert Hammers. Immerhin: Zusammen mit seinem ehemaligen Partner Paul Nagel schmiedete er vor einigen Jahren das mächtige Gitterwerk vor dem Südportal des Kölner Doms.

Der große Erfolg auf internationalem Parkett kam für den gebürtigen Aachener mit dem Faible für Helge Schneider mit den Arbeiten für Swarovski. Der Kontakt zu dem österreichischen Kristallriesen kam 1996 zustande, als Hammers und Nagel den Auftrag erhielten, das goldene Golgathakreuz der Jerusalemer Grabeskirche zu kreieren. Eine große Ehre für das Handwerkerteam - die Grabeskirche ist eines der größten Heiligtümer der Christenheit. „Die Endrosetten des Kreuzes bestehen aus Kristallen“, erklärt Hammers. Er berichtet von dem „großen Kampf“, das sechs Meter große Symbol zu realisieren: „Das Geld dafür ist größtenteils aus kleinen Privatspenden zusammengekommen.“ Hammers selbst gründete einen Verein, um Gelder zu sammeln. Aber auch aus künstlerischer Sicht sei das Projekt eine Herausforderung gewesen: „Es war schwer, einen Kreuztypus zu finden, der allen religiösen Gruppen der Grabeskirchen-Gemeinde entgegenkommt.“

Hammers jüngster Coup war die Gesamtkonzeption einer Ausstellung mit dem Titel „Maria Callas & Swarovski“ in der New Yorker Metropolitan Opera, die dort noch bis zum 3. März zu sehen ist. In sechs großen Vitrinen setzte Hammers den Bühnenschmuck der Diva aufwendig in Szene. Mit Hilfe einer speziellen Technik ätzte er Porträts des vor 30 Jahren gestorbenen Stars auf das Glas der Vitrinen-Front. Der Betrachter schaut durch die Callas hindurch auf den geheimnisvoll beleuchteten Kristallschmuck. Die Inszenierung der Ketten und Colliers sei höchst kompliziert gewesen, sagt Hammers: „Wir haben nächtelang an der Seilaufhängung gearbeitet.“ Der Schmuck sollte am Ende die Magie ausstrahlen, die er für die Callas einst hatte: „Für sie war ein Ring oder eine Kette etwas Magisches, das ihr auf der Bühne unendlich geholfen hat“, sagt Hammers, der in seiner Werkstatt mit dem Originalschmuck arbeitete. Gerade das Callas-Projekt bringt den passionierten Handwerker mit der künstlerischen Ader ins Schwärmen: „Die Callas war Musik, deshalb war ich bei dieser Arbeit mit Leib und Seele dabei.“ Schließlich mache die Musik auch einen großen Teil seines Lebens aus, sagt Hammers: „Ich habe mal klassischen Gesang studiert.“

Hammers setzt seine Ideen am liebsten sofort um: Endlose Diskussionen ohne Taten sind ihm ein Gräuel. Er hasst das Wort „Meeting“: „Es wird so viel gemeetet, und es kommt so wenig dabei raus“, sagt er. Dann wird der Vielbeschäftigte plötzlich hektisch. Er muss dringend den Flieger nach Venedig erreichen. Im Moment schmiedet Hammers neue Pläne. „Darüber darf ich aber noch nichts sagen“, meint Hammers und verabschiedet sich flugs von seinem Gast.

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