25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Abgeordneter: Europa-Politik erreicht Rhein-Berg
03. January 2013
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Abgeordneter: Europa-Politik erreicht Rhein-Berg

Herbert Reul.

Herbert Reul.

Foto:

Roland U. Neumann

Rhein-Berg -

Straßburg ist weit weg, und nach Brüssel fährt man auch nicht mit der S-Bahn. Dennoch nimmt die Europa-Politik in den Köpfen der Menschen immer mehr Platz ein. Das hat jedenfalls der rheinisch-bergische Europaabgeordnete Herbert Reul aus Leichlingen festgestellt. „Das Desinteresse an der Politik der Europäischen Union nimmt spürbar ab“, sagte der CDU-Mann, als er jetzt eine Jahresbilanz seiner Arbeit an den beiden EU-Standorten Brüssel und Straßburg zog. Durch die Finanzkrise und die Diskussionen um den Euro erlebten immer mehr Menschen, wie sehr sie die europäische Politik doch unmittelbar betreffe.

Beim heimischen Bäcker und Metzger werde er immer öfter mit den Worten begrüßt: „Herbert, pass uns auf den Euro auf!“ Natürlich gebe es weiter Vorbehalte gegen die EU, „aber es sind andere Vorbehalte als früher“. Er höre zum Beispiel immer mehr inhaltliche Aussagen über die Währung und die Griechenlandproblematik von den Menschen. Die Ansicht „Europa geht uns nix an“ sei zunehmend einer sehr konkreten Betroffenheit gewichen.

Für Reul war 2012 ein sehr bewegtes Jahr. Das ist durchaus doppeldeutig gemeint, denn der Abgeordnete war dienstlich soviel unterwegs wie noch nie. Reul ist zum Sprecher der CDU/CSU-Gruppe im europäischen Parlament gewählt worden und hat als solcher auch einen Sitz im CDU-Bundesvorstand und -Parteipräsidium bekommen. Damit ist automatisch auch Berlin auf die Landkarte seiner Wirkungsstätten gerückt. „Politisch ist das viel gestaltender als alles, was ich bisher gemacht habe“, sagte er.

„Ich war ja noch nie einer, der sich dafür begeistern konnte, dass irgendein Paragraf einer europäischen Verordnung umgeschrieben werden soll.“

1675 Besucher aus dem bergischen Raum hat er 2012 in Brüssel oder Straßburg empfangen. Darunter waren wieder sehr viele Schulklassen, aber auch Vereine, Verbände und CDU-Ortsgruppen. Eine lange Reihe von Vorträgen über Europa-Themen runden das Bild ab: Reul will möglichst vielen Menschen erklären, welches Glück es sei, in einem vereinten Europa zu leben.

Die Themen dieser Vorträge sind mitunter sperrig, immer öfter aber auch sehr konkret für die Menschen vor Ort: „Verluste deutscher Kleinsparer durch griechischen Schuldenschnitt“ oder „Arbeitszeitrichtlinie und Angst der Freiwilligen Feuerwehr um ihre Einsatzzeiten“. Nur mit einem Anliegen ist er noch nicht so recht weitergekommen: „Meine Forderung nach der Abschaffung der Sommerzeit wird mich auch in den nächsten Jahren noch beschäftigen.“