26.07.2016
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Abfallwirtschaft: Kleider und Schuhe vergammeln

Bergisch Gladbach -

In das Geschäft mit der Sammlung von Altkleidern ist die Stadt Bergisch Gladbach Anfang des Jahres eingestiegen. In rund 100 einheitlich gestalteten Containern im Stadtgebiet können die Bürger gebrauchte Textilien und auch Schuhe einwerfen. Als der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) im Januar seinen neuen Service präsentierte, hieß es auch, die Zeiten der unansehnlichen Standorte verschiedener privater Sammler seien vorbei. Doch nun beklagen Bürger das hässliche Bild an manchen Containern der Stadt. Sie kritisieren überfüllte Behälter. Säckeweise würden Kleider, Spielzeug und Stofftiere im Regen liegen und vergammeln.

Das Problem ist der Stadtverwaltung bekannt. „Wir haben nach wie vor einen Personalengpass im Abfallwirtschaftsbetrieb“, erklärte Sprecher Martin Rölen auf Nachfrage. Die Müllabfuhr habe aktuell Priorität. „Die Entsorgung der Altkleider läuft zurzeit nur auf halber Kraft. Zwar haben wir zwei Fahrzeuge für die Leerung der Container, aber nicht ausreichend Personal beide Fahrzeuge einzusetzen“, erläutert Rölen.

Unerwartet hohes Aufkommen

Er räumte zudem ein, dass durchnässte Altkleider unbrauchbar sind und nicht mehr verwertet werden können. Das bedeutet, dafür erzielt der AWB auch keine Erträge. Rölen: „Wichtig ist es deshalb, dass die Säcke fest verschlossen sind.“ Allerdings gehe der AWB davon aus, dass die Kleider möglichst in den Container gegeben werden. Die Stadt bemühe sich die Berge gebrauchter Textilien einzusammeln. Rölen: „Allerdings müssen wir auch auf ein unerwartet hohes Aufkommen an Altkleidern reagieren.“ Das bisherige Sammelergebnis aus früheren Jahren werde deutlich überschritten. 2011 waren es 278 Tonnen Altkleider und 2012 lediglich rund 230 Tonnen. Für dieses Jahr rechne die Stadt mit rund 400 Tonnen gesammelter Textilien. Solche annähernd hohen Ergebnisse wurden zuletzt im Jahr 2006 mit 388 Tonnen erzielt. Nun ist die Stadt Bergisch Gladbach auf dem Gebiet der Altkleidersammlung kein Neuling. Mit der erweiterten Sammlung in Eigenregie seit Jahresanfang möchte der städtische Betrieb auch höhere finanzielle Erträge einfahren.

Willi Carl, Leiter der AWB, gab sich im Januar zum Sammelaufkommen optimistisch: „Das soll wieder mehr werden.“ Die prognostizierte Zahl für 2013 gibt ihm Recht. Und angesichts knapper Rohstoffe sind Altkleider gefragt. Bis zu 350 Euro werden nach Angaben der AWB pro Tonne gezahlt. Zwar soll der Preis sinken, dennoch rechnet der Betrieb mit einem guten Geschäft. Er beliefert mit dem Sammelgut einen Großabnehmer, der die Textilien und Schuhe verwertet. Den Bürgern, die mit vollen Säcken an überfüllten Containern stehen, kann wohl vorerst nur das zügige Leeren der Behälter helfen. Einige suchen eigenen Angaben zufolge für die Kleiderspende inzwischen andere karitative Einrichtungen auf.