31.07.2016
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Container: Stadt übernimmt lukrative Sammlung

Rathaus Bergisch Gladbach

Rathaus Bergisch Gladbach

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Roland U. Neumann

Bergisch Gladbach -

Die Stadt treibt das Geschäft mit Altkleidern voran: An rund 100 Standorten sind künftig die Container der Stadt zu finden. Durch eine einheitliche Gestaltung und Kennzeichnung sollen die Sammelbehälter für die Bürger gut zu erkennen sein. Das oft unschöne Sammelsurium privater Sammelboxen soll ein Ende haben, teilt die Verwaltung mit. Indem die Altkleidercontainer künftig intensiv genutzt werden, können die Bürger selbst Gebühren sparen. Denn die Stadt verkauft die gesammelten Altkleider gewinnbringend. Den Erlös behält sie nicht ein, sondern setzt ihn zur Senkung der Abfallgebühren ein, erklärt die Stadtverwaltung. Das komme allen Bürgern zugute.

Dass die Stadt Bergisch Gladbach Altkleider sammelt, ist nicht neu. Mit der verstärkten Sammlung in Eigenregie sollen die Erträge steigen. Mittlerweile sei das Sammelaufkommen um rund ein Drittel auf etwa drei Kilogramm pro Einwohner gesunken. „Das soll wieder mehr werden“, sagt Willi Carl, Leiter des städtischen Abfallwirtschaftsbetriebes (AWB). 2006 wurden im Stadtgebiet noch 388 Tonnen Altkleider im Jahr gesammelt. 2011 waren es nur noch 278 Tonnen. Grund für den Rückgang ist nach Angaben der Verwaltung auch die illegale, private Konkurrenz.

In Zeiten knapper Rohstoffe sind Altkleider ein begehrtes Gut. Bis zu 350 Euro werden gegenwärtig pro Tonne gezahlt, so die Verwaltung. Der Preis soll voraussichtlich wieder sinken. Trotzdem rechnet der Abfallwirtschaftsbetrieb mit einem guten Geschäft. Die abgelegten Kleider und Schuhe verkauft die Stadt an einen Großabnehmer, der sie verwertet. Mehr als 200 verschiedene Textilarten werden dort getrennt. Bettwäsche, Unterwäsche, weiße Hemden und vieles mehr. Besonders Schuhe sind begehrt und bringen hohe Erträge pro Tonne. Die besten Stücke der Sammlung gehen an Second-Hand-Läden oder werden nach Afrika verkauft. Andere werden zu technischen Textilien verarbeitet, woraus beispielsweise Filzdecken oder Dämmstoffe werden. Unterm Strich werden rund 90 Prozent der gesammelten Textilien weiterverwertet. Auch verschlissene Sachen können verarbeitet werden.

Wichtig ist, dass die alten Kleidungsstücke nicht feucht oder nass sind. „Nasse Sachen schimmeln, und wir müssen sie wegwerfen“, erklärt Carl. Er betont daher, die Kleidersäcke in die Boxen zu werfen und nicht davor abzustellen.