27.07.2016
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Diepeschrather Wald : Kletterpark-Gegner feiern Ablehnung

Mitglieder von Naturschutzverbänden und Anwohner haben am Montagnachmittag auf dem Konrad-Adenauer-Platz gegen den geplanten Kletterpark in Diepeschrath demonstriert.

Mitglieder von Naturschutzverbänden und Anwohner haben am Montagnachmittag auf dem Konrad-Adenauer-Platz gegen den geplanten Kletterpark in Diepeschrath demonstriert.

Foto:

Christopher Arlinghaus

Bergisch Gladbach -

30 Liter Kölsch. Die will Dirk Kästel allen Kletterpark-Gegnern spendieren, wenn er seine für Ende Mai angekündigte Freiluft-Party schmeißt. Zu begießen gibt es die einstimmige Ablehnung des geplanten Kletterparks im Diepeschrather Wald im Beschwerdeausschuss am vergangenen Donnerstag.

Die von Kästel mit angeführte Initiative aus Anwohnern im Stadtteil Hand hatte in den vergangenen Wochen mit Demonstrationen im Stadtrat und vor dem Rathaus gegen das Projekt mobil gemacht – mit Erfolg. „Wir waren ganz erstaunt, wie schnell das Projekt jetzt gekippt wurde“, sagte Kästel.

Die Initiative habe sich auf einen wesentlich längeren Protest eingestellt. Ein kleiner Vogel unterstützte das Anliegen der Anwohner jedoch enorm: Nachdem der Arbeitskreis Bergischer Ornithologen die Existenz des Grauspechts im Wald bestätigte, der auf der Roten Liste der bedrohten Tiere steht, reagierte der Beschwerdeausschuss im Sinne der Anwohner – auch nach einer Empfehlung der Bezirksregierung. Kästel: „Wir sind happy, dass ein kleiner Vogel so viel bewirkt hat.“

Für die Feier haben nach Angaben Kästels einige Politiker ihr Kommen angekündigt. „Da müssen wir noch überlegen, ob wir das wirklich möchten“, sagte Kästel. Andererseits fände er es in Ordnung, dass man sich „die Hand reicht“. „Es krachen lassen“ wollen es die Kletterpark-Gegner bei ihrer Feier aber nicht – laute Musik wird es nicht geben. „Wir wollen die Spechte ja bloß nicht aus dem Wald verjagen.“

Gelassene Reaktion

Der Frankfurter Investor hat – wie berichtet – angekündigt, bei der Stadt seine bereits investierten Planungskosten von 40 000 Euro zurückfordern zu wollen, notfalls auf dem Klageweg. Die Stadtverwaltung reagiert auf diese Drohung gelassen. Das Bauamt habe mit dem Unternehmer von Anfang an offen über Risiken gesprochen, sagt Stadtsprecher Martin Rölen. Inzwischen habe das Bauamt Kontakt aufgenommen, ohne dass es zu einer Konfrontation gekommen sei. Der Frankfurter Investor war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.