25.07.2016
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Energieversorgung in Bergisch Gladbach: Mehr und bessere Informationen

Matthias Niewels

Matthias Niewels

Bergisch Gladbach -

Nach der Info-Veranstaltung der Stadt haben Verwaltung und Politik zwei Möglichkeiten zu reagieren: Sie können argumentieren, dass nun die Bürger so weit wie rechtlich möglich informiert wurden und der Rat – nach der Korrektur der Risikoberechnungen – über das Thema entscheiden kann.

Sie könnten sich aber auch sagen, dass diese Veranstaltung gezeigt hat, wie groß das Informationsbedürfnis der Bürger ist – und dass es bei der Risikoberechnung auch ein Vertrauensproblem mit den Beratern gibt.

Auswirkungen auf Jahrzehnte hinaus

Für die erste Möglichkeit spricht nach längerem Überlegen – nichts. Politik und Verwaltung können nicht ernsthaft zur Tagesordnung übergehen und am 6. März über den 80-Millionen-Handel abstimmen lassen.

Die Bürger wollen mehr und besser informiert werden.

Lokalpolitiker sollten das als Kompliment verstehen, schließlich regen sie sich doch sonst gerne über die allgemeine „Politikverdrossenheit“ auf.

Wenn die Werbetrommel laut genug gerührt wird, dann werden sicher nicht nur mehr, sondern auch jüngere Bürger zu den Veranstaltungen kommen. Es geht schließlich um einen Vertrag, der noch auf Jahrzehnte hinaus Auswirkungen haben wird.

Und wenn die vermeintlichen Partner der Stadt – also die Belkaw, die Stadtwerke Aachen und Schwäbisch Hall – wirkliche Partner sind, dann werden sie auf der nächsten Veranstaltung selbst Rede und Antwort stehen wollen.

Bis dahin könnten dann auch die Rechenfehler bei der Risikoanalyse – die nie hätten passieren dürfen – korrigiert sein.

Drei Jahre hat die Stadt bisher an dem Thema „Energieversorgung“ meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit gearbeitet. Rund 800 000 Euro wurden für Berater ausgegeben.

Es wäre töricht, nun auf Biegen und Brechen am 6. März, einen Tag nach Aschermittwoch, eine Entscheidung zu erzwingen. Das wäre der denkbar schlechteste Start für die Neuausrichtung der Energieversorgung – ganz unabhängig davon, welche Lösung präferiert wird.