25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Wildschweine: Treibjagd im Gierather Forst
29. January 2013
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Wildschweine: Treibjagd im Gierather Forst

Wildschwein

Der Bestand an Wildschweinen ist groß – der Hunger treibt sie in die Gärten.

Foto:

Archiv Roland U. Neumann

Bergisch Gladbach -

Absperrbänder und Warnschilder zeigten es in der vergangenen Woche deutlich: Im Naturschutzgebiet des Gierather Forstes herrschte einen Tag lang keine Waldesruh’. Mit einer Treibjagd versuchte das zuständige Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft, den Bestand an Wildschweinen zu dezimieren. Die hatten in der Vergangenheit in den angrenzenden Gärten Schäden angerichtet.

„In diesem Jahr ist das Futter besonders knapp, die Tiere haben Hunger und dringen dann auch in Gärten ein“, erklärte Jagdreferent Armin Hübinger. Dort hatten sie sich zum Leidwesen etlicher Gartenbesitzer durch die Rabatten gewühlt.

Keine Jagdbeschränkung

Sechs Wildsauen wurden bei der Jagd zur Strecke gebracht, die Spuren der Abschüsse waren im Schnee noch lange zu sehen und entsetzten manche Spaziergänger. „Das war schon erschreckend, die Blutspuren überall zu sehen“, sagte Marita Döpper-Rudies, die mit ihrem Hund täglich im Gierather Wald unterwegs ist. Eine Treibjagd in einem Naturschutzgebiet sei ihr unverständlich. Doch auch Naturschutzgebiete unterlägen grundsätzlich keiner besonderen Jagdbeschränkung, erläuterte Kreisjagdberater Dieter Artz. Gejagt werde, um Verbiss zu vermeiden und die Artenvielfalt zu erhalten. „Besonders das Schwarzwild macht große Probleme.“

Dabei, so Hübinger, erfordere eine Treibjagd im Gierather Wald, die mit Polizei und Unterer Jagdbehörde abgesprochen gewesen sei, besondere Vorsichtsmaßnahmen: „Der Wald grenzt unmittelbar an die Bebauung und wird von Spaziergängern stark genutzt“, sagte er. Trotz der Absperrbänder und Warnschilder sei das Gebiet nicht komplett abzuriegeln. Um Unglücksfälle zu vermeiden, sei es wichtig, dass die Leute die Wege nicht verließen. Hübinger: „Und die Jäger haben Anweisung, nur aus kürzester Distanz auf das Wild zu schießen.“