25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Buch der Stadt: Aufgewachsen in Beit Jala
19. June 2012
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Buch der Stadt: Aufgewachsen in Beit Jala

Sumaya Farhat-Naser ist palestinensische Friedensaktivistin.

Sumaya Farhat-Naser ist palestinensische Friedensaktivistin.

Foto:

Christopher Arlinghaus

Rhein-Berg -

Die palästinensische Autorin Sumaya Farhat-Naser erzählt in ihrem Buch „Thymian und Steine“ ihre Lebensgeschichte. Ihre persönlichen Erfahrungen sind darin eng verbunden mit dem Geschehen in Palästina. Beim Gespräch über das „Buch für die Stadt“ geht es somit vor allem um den Nahost-Konflikt, Farhat-Nasers Perspektive als Frau aus Palästina und die schwierige Annäherung von Israelis und Palästinensern.

1948 in Birseit bei Jerusalem geboren, besuchte Sumaya Farhat-Naser ein deutsches Internat in Beit Jala, der heutigen Partnerstadt von Bergisch Gladbach. Nach dem Studium in Hamburg kehrte die Biologin nach Palästina zurück und unterrichtete an der Universität Birseit. Sie hat viele Organisationen mitgegründet, die sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen. Die Begegnung von Frauen war ihr dabei stets ein besonderes Anliegen. Von 1997 bis 2001 leitete sie ein Frauenzentrum in Ost-Jerusalem, in dem palästinensische und israelische Frauen gemeinsam für den Frieden arbeiteten. Für ihr Engagement erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen.

Als „Buch für die Stadt“ bietet „Thymian und Steine“, aber auch der politische Einsatz der Autorin, viele Anknüpfungspunkte. Für Leser aus Bergisch Gladbach ist es sicherlich besonders interessant, eine Autorin kennen zu lernen, die mit der Partnerstadt Beit Jala durch ihre Schulzeit verbunden ist. Während der diesjährigen Leseaktion vom 4. bis 10. November hält sich Farhat-Naser in Köln und Umgebung auf, sie spricht perfekt Deutsch.

Kulturvereine, Bibliotheken, Buchhandlungen, Schulen und Veranstalter aller Art können sich mit Buch und Autorin beschäftigen. Dem Thema Palästina können sie sich nicht nur über Politik und Gesellschaft nähern, auch die Küche oder die Literatur des Landes bringen Farbe in die Veranstaltungswoche. Die Redaktion Rhein-Berg des „Kölner Stadt-Anzeiger“ steht gern beratend zur Seite. Bettina Fischer, Geschäftsführerin und künftige Programmleiterin im Literaturhaus Köln, zeigt sich beeindruckt vom „Buch für die Stadt“ und der Autorin. „Hier geht es um jemand, der für seine Rechte kämpft“, stellt sie fest. Sumaya Farhat-Nasers Ziel sei Verständigung, sagt Bettina Fischer: „Sie hat eine Botschaft.“