29.07.2016
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Karneval: Ein Gewitter des Frohsinns

„Querbeat“ waren mit verrückten Kostümen und Latino-Rhythmen der erste Höhepunkt.

„Querbeat“ waren mit verrückten Kostümen und Latino-Rhythmen der erste Höhepunkt.

Foto:

Christopher Arlinghaus

Bergisch Gladbach -

Unter dem Motto „Op de Hüh un im Tal fiere mer zesamme Karneval“ erlebten die Jecken bei der Kostümsitzung der Großen Bensberger ein musikalisches Feuerwerk. Zum 16. Mal wurde die Veranstaltung gemeinsam mit Radio Berg organisiert.

Mit viel Pomp zog zunächst das Kinderdreigestirn in den Saal, schnell füllte sich die Bühne mit dem Hofstaat. Sitzungspräsident Gerd Breidenbach, der die Veranstaltung zum zwölften Mal leitete, animierte das Publikum zu Applaus und Jubel. Doch er war mit dem Ergebnis nicht gleich zufrieden: „Wir haben Millionen Zuhörer bei Radio Berg, da muss das besser gehen“, appellierte er an die knapp 500 Jecken in der Aula des Albertus-Magnus-Gymnasiums. Und siehe da – im zweiten Anlauf tobte der Saal. Die Tanzgarde des Prinzen Jannik I. begeisterte mit akrobatischen Übungen. Sophia ist seit einem Jahr im Tanzcorps dabei. Die Siebenjährige übt zweimal die Woche, um sich auf die rund 35 Auftritte pro Session vorzubereiten. „Das macht echt Spaß“, sagte sie und schaute sich die restliche Sitzung auf Papas Schoß an.

Eisbrecher und erster Höhepunkt des Abends waren „Querbeat“, die Sitzungspräsident Breidenbach als „ein Gewitter an Frohsinn“ ankündigte. Mit lateinamerikanischen Rhythmen heizte die 18-köpfige Truppe den Besuchern ein. Bei „Colonia tropical“ tanzten die Jecken auf den Stühlen. Verdient erhielt die Band aus Bonn die Stimmungskanone 2013. Anschließend zog Jupp Menth alias der kölsche Schutzmann vom Leder. Mit Sprüchen wie „Ich begrüße Sie im Jahre eins nach dem Untergang des 1. FC Köln“ provozierte er nicht nur Lacher, sondern auch hier und da ein trotziges „Moment mal“. Gekonnt lästerte er über Promis: „Was für eine Aufregung, als Viktoria Beckham ein Kind bekommen hat! Das Baby war bei der Geburt schon doppelt so schwer wie die Mutter.“

Weiter ging die Show mit den Labbese: Bei der Hymne „Ich bin froh, dass ich ein Gläbbisch bin“ schunkelten die Jecken einträchtig. Nach Fred van Halen alias Aki mit seinem frechen und zotteligen Scheißerchen, das ständig mit dem Publikum flirtete, hatten natürlich auch das Gladbacher Dreigestirn und das Traditionscorps der Altstädter ihre großen Auftritte. Die Gladbacher Band „Cat Ballou“ gab am Schluss nochmal alles. Die Besucher kamen teilweise von weit her: „Ich find's toll, dass alle Generationen zusammen feiern“, staunte ein Leipziger Jeck. Eine Besucherin, die mit ihrem selbstgemachten Miss-Piggy-Kostüm aus Badehaube und Schweinsöhrchen auffiel, lobte: „Ich finde die Sitzung sehr gut. Wir kommen schon seit acht Jahren hierhin.“