28.09.2016
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Gut Hungenbach: Plötzlich gab es erneut Flammen

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Diethelm Nonnenbroich

Kürten -

„Über eine Nutzung von Haus Hungenbach in 2013 muss man nicht nachdenken“, so die Einschätzung von Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden. Hinter diesen nüchternen Worten verbirgt sich vor allem Frustration. Schnell war die Feuerwehr vor Ort, als am Dienstagnachmittag um 15.30 Uhr der Brand auf dem historischen Gut gemeldet wurde.

„Das historische Hofgut ist U-förmig. In einem der U-Schenkel steht ein offener Kamin, dort hat es im Reetdach angefangen zu brennen“, erklärt Weiden. Nach rund zwei Stunden glaubte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle zu haben. „Und das, obwohl das Gebäude schwer zugänglich ist und es sich um ein Reetdach handelt, das teilweise mit einer Plane abgedeckt war“, erklärt Weisen. "Zu diesem Zeitpunkt hätte ich noch gesagt, das Restaurant hat Glück gehabt.“

Doch dann stieg Rauch aus dem gegenüberliegenden Gebäudeteil auf. „Das Feuer ist unter einem Schleppdach durchgelaufen, unter unseren Truppen hindurch“, erklärt der Brandmeister. 20 Minuten nachdem der Rauch im anderen Gebäudeteil gesichtet wurde, brach gegen 18 Uhr ein Vollbrand aus. Erschwerend kam hinzu, dass die hiesige Feuerwehr keine Erfahrung mit Reetdächern habe. „Wir wissen, dass solche Brände schwer unter Kontrolle zu bekommen sind“, sagt Weiden.

Die ganze Nacht arbeiteten 170 Wehrleute aus Kürten, Bergisch Gladbach, Overath und Wermelskirchen unter der Leitung von Stefan Landwehr von der Freiwilligen Feuerwehr Kürten gegen das Feuer. Auch das THW und DRK war vor Ort und unterstützt die Feuerwehrleute. „Der Einsatz lief sehr, sehr gut. Zurzeit sind wir mit 60 Kräften vor Ort und werden noch bis zum Einbruch der Dunkelheit beschäftigt sein“, so Weiden, immer noch gäbe es Glutnester.

Von Haus Hungenbach stehen noch zwei Drittel das Gebäudes, der Dachstuhl wird abgetragen. „Das Obergeschoss versuchen wir stehen zu lassen“, erklärt der Kreisbrandmeister. Doch in wie weit das Gebäude stehen bleiben kann, müssten Sachverständige klären.

Erst vor eineinhalb Wochen feierte das Hotel und Restaurant Gut Hungenbach nach sechs Jahren Wiedereröffnung. Geschäftsführer Marcel Vlach zeigte sich ob der Brandkatastrophe zwar geschockt, will aber auf jeden Fall weiter machen. „Haus Varresbeck ist ja nicht betroffen und wir überlegen, ob wir dort ein kleines Restaurant einrichten“, erklärt Vlach. „Wir sind am Planen, wie wir weiter kommen.“


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