29.08.2016
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Mühlenmuseum: Neue Modelle in der Künstlerscheune?

Könnte die Sammlung von Günter Blömer ihren neuen Standort in der Künstlerscheune finden?

Könnte die Sammlung von Günter Blömer ihren neuen Standort in der Künstlerscheune finden?

Foto:

Christopher Arlinghaus

Daniela Fobbe-Klemm -

Nachdem der „Kölner Stadt-Anzeiger“ über den Plan Günter Blömers, sein privates Mühlenmuseum in Odenthal-Stein aufzulösen, berichtet hatte, äußerte sich FDP-Ratsherr Josef Schmitz im Ausschuss für Bauen und Planen entsetzt. „Ich würde es sehr schade finden, wenn diese Sammlung verloren wäre.“

Schmitz fragte in Richtung Verwaltung, ob es nicht eine Lösung dafür gebe könne, nachdem die denkmalgeschützte Steiner Mühle nun endgültig als Wohngebäude genutzt werden wird. Denn wenige Minuten zuvor hatte der Ausschuss einstimmig für den Antrag gestimmt, dass die ehemalige Mühle unterhalb von Blömers Grundstück umgebaut werden darf. Den Plan, in der Remise ein Apartment einzurichten, lehnte der Ausschuss hingegen ab. Trotzdem bedeutet die Entscheidung das Ende für die Idee, dort ein Mühlenmuseum mit den Modellen von Günter Blömer einzurichten.

„Wir haben die Idee, dass eventuell die Künstlerscheune als Standort für ein solches Museum genutzt werden könnte“, deutete Bürgermeister Wolfgang Roeske an, dass die Verwaltung nach einer Alternative sucht. Möglichkeiten, die Modelle beim LVR_Museum in Lindlar oder am Mühlenweg in Kürten unterzubringen, gäbe es auch. „Aber dann wäre die Sammlung für Odenthal verloren,“ findet Roeske.
Die Künstlerscheune, in der Stipendiaten seit 25 Jahren jeweils für maximal zwölf Monate die Gelegenheit bekommen, mitten in Odenthal am Hexenbrunnen kreativ zu arbeiten, wird zum Ende des Jahres verwaist sein. Der Künstler Walter Jansen zieht sich als Kurator und treibende Kraft im Odenthaler Kunstbetrieb zurück. „Die Künstlerscheune wäre geheizt, damit entfiele für Herrn Blömer auch das Nacharbeiten des verzogenen Holzes seiner Modelle im Frühjahr“, schildert der Bürgermeister die Vorteile der Scheune in der Ortsmitte.

Günter Blömer ist von der Idee „nicht so begeistert.“ „In der Künstlerscheune müsste ständig jemand vor Ort sein, das ist doch kaum bezahlbar. Bei mir zu Hause laufen die Leute vorbei und ich kann ihnen spontan etwas erklären“, schildert Blömer die Vorteile seiner privaten Ausstellungsfläche. Seine Versuche, auf dem eigenen Grundstück eine kleine Scheune zu errichten, scheiterten immer an den Problemen mit Umweltschutz und Außenbereichssatzung. „Ich brauche kein Geld“, stellt Blömer klar. Er hätte sich lediglich in den vergangenen Jahren etwas mehr Unterstützung seitens Politik und Verwaltungen gewünscht. Vielleicht könnte man in Odenthal nochmal über einen Steg über die Dhünn nachdenken. Dieser würde nicht nur dem 80-jährigen Blömer den Weg zur Künstlerscheune verkürzen würde, sondern auch den Touristen.