28.08.2016
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Pläne: Viel Kritik an Discounter-Plänen

Neubau: Einkaufen und Wohnen an St. Engelbert in Voiswinkel

Neubau: Einkaufen und Wohnen an St. Engelbert in Voiswinkel

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aig

Odenthal -

Begeistern wollten sich die Politiker noch nicht so recht für den geplanten Discounter auf der Wiese an der Voiswinkler Kirche St. Engelbert. Architekt Holger Molter hatte die Firsthöhe des Gebäudes von 14,10 auf 10,70 Meter verringert und den Einkaufs- und Wohnkomplex in L-Form ins hängige Gelände gelegt. Natürlich werde es irgendwo ein Schild geben, „der Supermarkt muss sich ja verkaufen“, argumentierte der Planer, aber der Neubau integriere sich jetzt schön ins Gelände. „Vorher fand ich das Gebäude der Kirche gegenüber auch zu groß“, gab der Planer zu, der sich damit auf den ersten Entwurf, den ein anderer Architekt vorgelegt hatte, bezog.

Die vorgesehenen elf Mietwohnungen seien ideal für junge Familien, nicht zuletzt wegen geringer Nebenkosten, denn als Energiequelle soll die Abwärme der 24-Stunden-Kühlung des Supermarktes dienen. Zumindest für die Einheiten, die sich auf dem Dach des Discounters befinden. Ein richtiger Garten könne dort aber nicht angelegt werden, vermuteten die Politiker. „Den klassischen Eichenbaum werden Sie da nicht pflanzen können“, antwortete der Architekt. Verwunderung herrschte darüber, dass der Betreiber des Marktes noch unbekannt sei. Bis vor wenigen Wochen sei noch von „Netto“ die Rede gewesen. Es könne auch sein, dass drei verschiedene Pächter dort einzögen, meinte Molter.

Während Hans Mettig von der BRO die Kombination von Wohnen und Einkaufen gefiel („Mal was ganz anderes und ohne zusätzlichen Flächenfraß“), kamen aus den anderen Fraktionen durchweg kritische Bemerkungen. „Was dort entsteht, ist kein Versorger für Voiswinkel, sondern für den Durchgangsverkehr“, meinte UWG-Fraktionsvorsitzende Monika Kunesch. „Hier in Voiswinkel wollen alle ein Geschäft, aber das braucht ein vernünftiges Maß“, befand Peter Merl (CDU). SPD-Chef Rolf Deiters sah durch einen Neubau in dieser Größenordnung nicht nur das Ortsbild in Gefahr. Der Discounter werde auch bestehenden Supermärkten in der Umgebung das Wasser abgraben und zudem für eine Zunahme des Autoverkehrs sorgen.

Ein klassischer Discounter mit der üblichen Scheunenarchitektur wäre die Alternative, warb Molter noch einmal für seine Pläne und wies darauf hin, dass der bestehende Bebauungsplan sogar einen Häuserriegel an der Straße vorsehe, der keine Sicht mehr auf die Kirche ermögliche. Ein Versorger ja, aber nicht in dieser Größenordnung, brachte Klaus-Uwe Brodersen (CDU) die Kritik auf den Punkt. Monika Kunesch wollte zudem wissen, wie das Wohnen für junge Familien mit dem Anlieferverkehr morgens um 4 vereinbar sei. Er wohne selber über einem Supermarkt und habe Schallschutzfenster eingebaut, meinte Molter: „Wenn Sie diese Fenster schließen, haben Sie „nen Stummfilm vor der Tür.“ Die Pläne werden jetzt noch einmal in den Fraktionen diskutiert.