28.09.2016
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Umwelt: Fünf Windräder für Odenthal

Werden in Odenthal Windräder gebaut?

Werden in Odenthal Windräder gebaut?

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Roland U. Neumann

Odenthal -

Klimaschutz kann eine windige Sache sein – jedenfalls für Odenthal. Wie im Ausschuss für Umwelt, Tourismus, Kultur und Verkehr bekannt wurde, gilt die Dhünntalgemeinde derzeit als einziger geeigneter Standort für eine Windkraftanlage. Die Energiewende soll jetzt auch in Rhein-Berg eingeläutet werden, und das Klimaschutzkonzept, das Anne Wirwahn (bei der Kreisverwaltung für Standortentwicklung und regionale Projekte zuständig) kürzlich Politik und Verwaltung vorstellte, setzt dabei auch auf Windenergie. Das Kreisgebiet, so heißt es dort, biete Potenzial für 20 entsprechende Anlagen. Die würden ausreichen, zwölf Prozent des hiesigen Strombedarfs zu decken. Eine Studie der Belkaw zur Standortprüfung habe aber nur einen einzigen Ort ergeben, der dafür geeignet wäre, und der befindet sich ausgerechnet in der Gemeinde, die vor allem mit ihrer intakten Natur wirbt.

Wie zu erfahren war, soll es sich dabei um den oberhalb von Schloss Strauweiler gelegenen Bereich Klauberg handeln. Wegen des großen Flächenbedarfs, den Bürgermeister Wolfgang Roeske auf etwa 30 Hektar pro Windrad schätzt, geht man in Odenthal allerdings von lediglich vier bis fünf der 180 Meter hohen Rotormasten aus. Was für Grundstücksbesitzer eine lukrative Angelegenheit ist, wird indes von der Bevölkerung häufig mit Vorbehalten gesehen. Solche Anlagen machen Lärm und verschandeln die Landschaft, lauten die gängigsten Kritikpunkte. Laut Roeske will man denn auch vorsichtig an das Projekt herangehen. Odenthal werde sich intensiv damit beschäftigen müssen. Wichtig sei dabei auch, ob die Anlagen von Altenberg aus ins Blickfeld ragen. „Wir sind hier keine Insel. Was soll das denn für einen Sinn machen, wenn es lediglich einen Standort für Windenergie im Kreis gibt?“, fragte Bernd Pugell (FDP).

Aber auch ohne Windkraft gibt es im Strategieprozess „RBK 2020 – Fit für die Zukunft“ noch eine Menge umzusetzen. Wünschenswert wäre es demnach unter anderem, wenn es kreisweit drei Quadratmeter Sonnenkollektoren pro Einwohner gäbe, ein Viertel der Wohnflächen mit Wärmepumpen versorgt würden und auch der CO2-Ausstoß verringert würde. Gut ein Drittel davon entfalle auf den Verkehr, gerade mal ein Prozent auf die öffentliche Verwaltung, rechnete Anne Wirwahn vor: „Das kann die Welt nicht retten, hat aber Vorbildfunktion.“

Was die Verringerung des CO2-Ausstoßes betrifft, könne man nur dann was erreichen, wenn man die Verursacher (beispielsweise die Fahrer entsprechender Autos) stärker zur Kasse bittet, meinte Manfred Dillenburg (CDU). Marianne Thiemig (BRO) sah das ganze Konzept als Wunschdenken: „Ich komme mir hier vor wie im Advent, wo man einen Wunschzettel schreibt, von dem man weiß, dass man ihn anschließend in die Tonne kloppen kann.“


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