27.08.2016
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Verkehr: Lärmbremse für das Zentrum gesucht

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Roland Neumann

Odenthal -

Es ist zuweilen laut in Odenthal – zu laut. Auch nachts, vor allem im Zentrum, in Blecher sowie an der B 506 in Eikamp. Normalerweise wäre Ruhestörung ein Fall für die Polizei; in dem Fall aber soll es „OPA“ richten. Das ist die Abkürzung für offenporigen Asphalt, auch Flüsterbelag genannt, der die Fahrzeuggeräusche dämpfen soll. Ob sich „OPA“ jedoch ausbreiten kann, scheint fraglich, denn die Erneuerung der Fahrbahndecke ist teuer, und Straßen NRW als Baulastträger hat schon signalisiert, über das Geld derzeit nicht zu verfügen. Die Behörde will zudem erst einmal eigene Messungen nach einer anderen Berechnungsmethodik anstellen.

Im Ausschuss für Umwelt, Tourismus, Kultur und Verkehr präsentierte derweil Eberhard Wesemann vom örtlichen Planungsbüro Debakom seinen Entwurf zum Lärmaktionsplan. Nach Vorgaben der Europäischen Union müssen die Kommunen diese Pläne aufstellen. Der Vorteil für die lärmgeplagten Bürger besteht darin, eines Tages Schutzmaßnahmen beantragen und notfalls einklagen zu können. Meist wird ihnen dann vom Straßenbaulastträger eine Schallschutzverglasung spendiert.

Was in Odenthal alles machbar wäre, erläuterte Wesemann den Politikern. Die Palette reicht von Geschwindigkeitsreduzierung über Bau und Erhöhung von Schutzwällen bis zum neuen Straßenbelag. Während Peter Sittart (Grüne) am liebsten das ganze Zentrum zur Tempo 30-Zone erklären würde und damit auch auf wenig Gegenwehr stieß, scheint eine Erhöhung des Lärmschutzwalls in der Dhünner Aue problematisch zu sein. Gärten und Wohnräume bekämen weniger Licht, hieß es.
Abgesehen davon habe man in der Vergangenheit etwa an der Bergstraße von Anwohnern gefordert, Schallschutzmauern wieder abzubauen, gab Klaus-Uwe Brodersen (CDU) zu bedenken. Baldmöglichst will die Gemeinde jetzt den Lärmaktionsplan den Bürgern vorstellen. (kme)