28.08.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Sauna: Betreiber kommt nicht ins Schwitzen

Seit 2012 wird die Saunalandschaft im Overather Hallenbad Badino von dem Verein Aggersauna betrieben.

Seit 2012 wird die Saunalandschaft im Overather Hallenbad Badino von dem Verein Aggersauna betrieben.

Foto:

Roland U. Neumann

Overath -

Die Übernahme der Sauna im städtischen Hallenbad Badino durch den Verein Aggersauna scheint sich zur Erfolgsgeschichte zu entwickeln. Aktuell weist die Mitgliederliste 75 zahlende Saunierer aus. Bei 100 Mitgliedschaften geht die Rechnung der Overather Stadtverwaltung und Aggersauna auf – die Mitgliedsbeiträge finanzieren dann den laufenden Betrieb des Schwitztempels. 3500 Euro müssen die Saunafreunde monatlich für die Nutzung der Sauna an die Stadt überweisen.

Vor genau einem Monat haben Stadt und Saunaverein einen Pachtvertrag unterzeichnet. Der Hintergrund: Die 2007 für zwei Millionen Euro renovierte Sauna schrieb vom ersten Tag an rote Zahlen und erwies sich als Eurograb. Die Stadt wollte den defizitären Schwitztempel nicht mehr weiterbetreiben. Im Dezember 2012 gründeten einige Saunabesucher den Bürgerverein und legten der Stadt ein Konzept vor. Die Verwaltung stimmte zu und der Saunabetrieb war vorerst gerettet. „Wir wollen mit unserem Programm zurück zur Wurzel des Saunierens. In unserer Sauna soll der Gesundheitsaspekt im Vordergrund stehen“, beschreibt der zweite Vorsitzende des Aggervereins, Ulrich Hake, das Konzept für die Einrichtung.

Stressabbau und Kräftigung des Immunsystems stehen für Hake und sein Team an erster Stelle. Hake: „In Zukunft wollen wir auch wieder mehr Overather in die Sauna bekommen. Aktuell kommt die Mehrzahl unserer Gäste aus dem Rhein-Sieg Kreis, aus Rösrath und Lohmar.“ Dass so wenig Einheimische die Sauna nutzen verwundert den Physiotherapeuten nicht: „Viele Overather kennen den Betrieb gar nicht und haben erst nach der Übernahme durch unseren Verein erfahren, dass es im Badino eine Sauna gibt.“ Laut Hake muss das Schwitzbad deutlich attraktiver werden. So soll es in Zukunft eine Saunanacht geben und je nach Jahreszeit werden verschiedene Aufgüsse angeboten.

Einen Mondscheintarif – reduzierter Eintritt für Besucher, die erst am Abend die Sauna nutzen wollen – gibt es schon: Statt 15 Euro für den ganzen Tag, zahlen Gäste zwischen 19 und 22 Uhr nur zwölf Euro. Wer zusätzlich zur Sauna das Bad benutzen möchte, ist mit zwei Euro dabei.
Hake: „Wir wollen die Sauna auch zu einer Begegnungsstätte für unsere Mitglieder machen und planen in Zukunft Kunstausstellungen im Saunabereich. Der Kontakt zu einer Künstlerin, die sich mit dem Thema Wellen beschäftigt, besteht schon.“
Ein Ziel hat der Vorstand des Vereins Aggersauna fest im Blick: Ab dem 100. Mitglied trägt sich der Verein und auf städtische Subventionen kann verzichtet werden. Momentan schließt die Kommune die monatliche Finanzierungslücke von rund 900 Euro.