29.09.2016
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Vierte Rätselwanderung: Ausblicke entlohnen für den Aufstieg

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Diethelm Nonnenbroich

Overath -

Heute ist Bergwandern angesagt. Die vierte Tour unserer Ferienserie entführt in verwunschene Linden- und Buchenwälder und bietet außergewöhnliche Blicke über Overath hinweg bis zur Ville. Sie beinhaltet allerdings einige Steigungen, denn heute geht es hinauf nach Marialinden.

Vom Bahnhof in Overath führt ein fast acht Kilometer langer Rundwanderweg in das Bergdorf mit der markanten Kirche und wieder zurück. Die Strecke ist identisch mit dem Wanderweg Ost des Heimat- und Bürgervereins Overath. Das muss man wissen, denn die Beschilderung ist erstens gut und zweitens absolut notwendig, um sich nicht zu verlaufen. Wer also die Hinweistäfelchen mit der Raute und dem „O“ im Blick behält, ist auf der sicheren Seite.

Vom Bahnhof aus geht es ein paar hundert Meter an der Hauptstraße entlang in Richtung Osten. An der Dr.-Ringens-Straße kurz rechts abbiegen und gleich hinter den Bahngleisen links ab auf den Weg Am Aggersteg. Der führt zu einer Fußgängerbrücke über die Agger. Dem Weg durch die Siedlung folgen bis zur Straße An der Brücke. Hier links ab bis Alte Mucher Straße und dann wieder links. Plötzlich ist man in einer mit alten Linden bestandenen Allee, wie man sie so nah an der Innenstadt nicht vermutet hätte.

Jetzt geht es direkt an der Agger entlang in östliche Richtung. Man muss kurz die Mucher Straße überqueren, hat dann aber seine Ruhe. Der Pfad auf dem Aggerdamm ist von ungewöhnlicher Schönheit. Links plätschert der Fluss, rechts stehen die Bäume so eindrucksvoll, dass man sich stellenweise an den Wald vor den Rügener Kreidefelsen erinnert fühlt.

Nach gut zehn Minuten stößt man in Höhe einer Kolonie von Wochenendhäuschen auf einen Steg, der über den Lombach führt. Dort muss man rechts abbiegen. Vorsicht: Es ist der zweite Steg auf diesem schönen Stück durch den Wald. Am ersten (verwitterten) Steg noch nicht abbiegen, sonst landet man im Unterholz.

Hinter dem richtigen Steg beginnt ein kleiner Pfad, der kurzzeitig steil bergauf führt und nichts für Sandalenträger ist. Oben (rechts abbiegen!) erreicht man einen gut ausgebauten Wirtschaftsweg, dem man für einige Zeit folgt. Er führt durchs idyllische Lombachtal. Nach mehreren hundert Metern kommt eine Weggabelung. Vorsicht: Es ist die zweite Gabelung. Hier unbedingt nach dem Hinweisschild mit der Raute Ausschau halten!

Wenn man dann an der richtigen Gabelung dem rechten Strang gefolgt ist, wandelt man auf dem Bernsauer Jagdweg, den die Herren von Großbernsau benutzt haben sollen, wenn sie nach Marialinden zur Kirche fuhren. Unvermittelt sieht auch der Wanderer das doppeltürmige Gotteshaus vor sich.

Allerdings sind es bis dorthin noch ein paar hundert Meter durch die schöne Ortschaft Höhe, in der man mal rechts über die Schulter schauen sollte. Denn dann schweift der Blick über Heiligenhaus und den Ferrenberg bis nach Hohkeppel mit seiner ebenfalls markanten Kirche. Marialinden war Zielort eines 250 Jahre alten Pilgerweges mit sieben „Fußfällen“, das sind kleine Bildstöcke mit Kreuzwegmotiven, an denen jeweils gebetet wurde.

Das ist für unseren Wanderweg von Bedeutung, weil wir nun diese Pilgerstraße in westliche Richtung bis zur Gabelung Alte Römerstraße einschlagen. Nach einem Stückchen bergab steht rechts einer der Fußfälle – es ist der siebte und letzte des Pilgerwegs. Hier geht es links hinauf in die Wiesen.

Oben auf der Wiese hat man einen prachtvollen Blick über die bergische Hügel-Landschaft bis hin zur Voreifeler Ville-Region. Am Ende der Weide geht es rechts und leicht bergab. Wieder steht man bald mitten in einem verträumten Wald – noch dazu mit einer eigentümlichen Bodenform: Die vielen Rillen und Furchen sind die Überbleibsel der alten Kupfergrube Kirschbaum.

Nach 200 Metern mündet der Pfad in einen geteerten Wirtschaftsweg, dem man erst links und dann rechts in den Buchenwald folgt. Auch hier leitet die Raute mit dem O den Wanderer vortrefflich. Eberhardt Dommer vom Heimatverein hat für die Beschilderung gesorgt.

Unvermittelt stößt der Wanderer auf die Mucher Straße, der er ein keines Stück talwärts folgen muss (Achtung, Autoverkehr!), bis es links ab in den kleinen Ort Rittberg geht. Immer der Straße durch den Ort folgen (rechts liegt der Burgberg), bis man wieder in Overath ankommt und zwar am Aggersteg, wo sich der Kreis der Rundtour schließt. Der Rest des Weges bis zum Bahnhof ist bekannt.

Weitere Wanderungen rund um Overath sind auch auf der Internetseite des Heimat- und Bürgervereins zu finden.

www.hbv-overath.de