26.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Feuerwache in Forsbach: Ausschuss beschließt Bebauungsplan
10. September 2013
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Feuerwache in Forsbach: Ausschuss beschließt Bebauungsplan

Im Stadtrat läuft alles auf einen Feuerwehr-Neubau in der Park-Mitte zu. Das Ehrenmal (vorne) könnte seinen Platz behalten.

Im Stadtrat läuft alles auf einen Feuerwehr-Neubau in der Park-Mitte zu. Das Ehrenmal (vorne) könnte seinen Platz behalten.

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Christopher Arlinghaus

Rösrath -

Die Politiker im Planungsausschuss haben die Einwände gegen den Feuerwehr-Neubau in Forsbach weitgehend zurückgewiesen. Sie nahmen aber die Bedenken in Sachen Regenwasserentsorgung auf, sie verlangten dazu technische Maßnahmen. Rund 40 Zuhörer, offenkundig Kritiker der Baupläne, verfolgten die Beratung; einige äußerten Unmut. Außerdem hörten 13 Feuerwehrleute in Uniform zu, sie applaudierten dem Beschluss der Ausschuss-Mehrheit aus CDU, SPD, Grünen und FDP. Gegen den Bebauungsplan stimmte nur der Vertreter der „Bürger für Rösrath“ (BfR).

Drei Jahre Diskussion

Die Politiker fassten ihre Abwägungen aus der seit drei Jahren andauernden Diskussion noch einmal zusammen. „Es ist nicht schön, dass wir da etwas bauen müssen. Es wäre schöner, wenn alles so bleiben könnte. Aber es geht nicht anders“, war das Resümee von CDU-Fraktionschef Erhard Füsser. Der Neubau solle „so klein wie irgend möglich dimensioniert“ werden, die Stadt solle auch den Park gestalten. Die angemessene Infrastruktur für die Feuerwehr sei nötig, „damit wir hier sicher leben“.

Klaus-Peter Günzel (BfR) nannte dagegen erneut das Grundstück am Sommerberg/Ecke Bensberger Straße als Alternative zum Neubau im Park: Dieser Standort liege zwar „weniger zentral“, doch „müsste auch von da ein Einsatzort erreichbar sein“. SPD-Fraktionschef Dirk Mau widersprach mit deutlichem Kopfschütteln: Die Fahrt eines Feuerwehrmitglieds vom Norden Forsbachs zum Sommerberg – ganz im Süden – und zurück zu einem möglichen Einsatzort im Norden sei in der vorgeschriebenen Hilfsfrist von acht Minuten nicht möglich. Das sei längst geprüft: „Das geht einfach nicht.“ Zudem fehle der Stadt das Geld für den Kauf eines privaten Grundstücks, der Verkauf des bisherigen Feuerwehr-Grundstücks am Halfenhof müsse zur Finanzierung des Neubaus beitragen. Hardy Schumacher (Grüne) warnte, den Brandschutzbedarfsplan nicht zügig umzusetzen. Dann könnte die Bezirksregierung eine Berufsfeuerwehr verlangen, und damit werde es „sehr teuer“. 2014 muss die Stadt erneut eine Ausnahme von der Pflicht zu einer Berufsfeuerwehr beantragen.

Acht kritische Zuhörer konnten daraufhin ihre Argumente vortragen. Neben dem Standort Sommerberg kam auch ein Ausbau der bestehenden Feuerwache am Halfenhof aufs Tapet. Auch die Frage, warum das Grundstück des fertigen Wohn- und Geschäftshauses am Halfenhof nicht für die Feuerwehr freigehalten wurde, kam auf. Die Stellungnahmen kritisierten eine Verschandelung des Ortsbilds durch einen Neubau im Park, mangelnde Diskussion mit den Bürgern und Probleme der Regenwasser-Ableitung durch neue versiegelte Flächen. Sie betonten ihren Respekt für die Leistung der Feuerwehr. Werner Bitter von der Bürgerinitiative appellierte an die Politiker, einen Beschluss zu vertagen und erneut mit den Kritikern zu diskutieren.

Das stieß nicht auf Gegenliebe. SPD-Mann Mau erinnerte an die drei Termine zur Bürgerinformation und ein persönliches Gesprächsangebot an Bitter, das dieser bestätigte. „Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem eine Entscheidung fallen muss“, sagte Mau. „Ich habe noch keine Alternative gehört“, sagte Thorsten Kropp (FDP) zu den Vorschlägen der Bürger. Neben dem Standort Sommerberg wies er auch die Idee eines Ausbaus am Halfenhof zurück, die Fläche sei schlicht zu klein: „Dafür gibt es Planer.“

Mit großer Mehrheit stimmte der Ausschuss gegen die meisten schriftlichen Einwände, die Bürger gegen den Neubau eingereicht hatten. Einstimmig verlangte er aber eine technische Lösung für das anfallende Regenwasser. Der Stadtrat muss den Beschluss zum Bebauungsplan noch bestätigen.