29.07.2016
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Radfahrer: Eine Strecke voller Gefahren

Zwischen Gerottener Weg und Sülztalplatz müssen Radfahrer die Fahrbahn benutzen. Im dichten Verkehr fühlen sie sich schutzlos.

Zwischen Gerottener Weg und Sülztalplatz müssen Radfahrer die Fahrbahn benutzen. Im dichten Verkehr fühlen sie sich schutzlos.

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Christopher Arlinghaus

Rösrath -

Wie kommt ein Radfahrer sicher durch die Rösrather Stadtmitte? Beim Ortstermin mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ machen Vertreter der Fahrrad-Lobby die Probe aufs Exempel. „Es geht in erster Linie um die Sicherheit, aber auch um den Komfort der Radfahrerinnen und Radfahrer“, sagt Joachim Schalke, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Köln und Umgebung. Eine „ungeschönte Aufnahme der gegenwärtigen Situation“ wünscht sich Klaus Hasbron-Blume vom Verein Lebenswertes Sülztal. Es gehe nicht um „Schuldzuweisungen und Vergangenheitsbewältigung“.

Kein Schutz für Radfahrer
Am Bahnhof Rösrath starten die Aktivisten zur Radfahrt, da fallen die Probleme sofort ins Auge: Der kombinierte Geh- und Radweg an der Hauptstraße endet kurz vor dem Abzweig zum Gerottener Weg, Radfahrer müssen auf die Fahrbahn wechseln. „Wir müssen die ganze Zeit ohne Schutz auf der Straße fahren“, stellt Hasbron-Blume fest. Schon der Übergang ist problematisch: Autofahrer werden auf den einmündenden Radverkehr nicht aufmerksam gemacht, für die Radfahrer gibt es keine Markierung. „Da fühlen sich die Radfahrer allein gelassen“, bemängelt Schalke.

Wie übel es kommen kann, erweist sich 100 Meter weiter, vor der Kirche St. Nikolaus. Ein Lastwagen überholt die Zweirad-Fahrer und kommt ihnen gefährlich nahe. Schalke und Hasbron-Blume rufen laut, doch der Fahrer reagiert nicht. „Subjektiv fühlte ich mich bedroht“, sagt Schalke, „der Lkw-Fahrer muss anderthalb Meter Abstand halten.“

Als Lösung für die missliche Situation empfehlen Schalke und Hasbron-Blume einen rot markierten Schutzstreifen auf der Fahrbahn. Er soll Raum bieten für Radfahrer und zugleich die Autofahrer auf die nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer hinweisen. Den Einwand, es mangele an Platz, lässt Schalke nicht gelten. Es gebe ein Umdenken in der Verkehrsplanung: Ein Planer berücksichtige zunächst den Platzbedarf von Fußgängern und Radfahrern, anschließend den der Autofahrer. Wenn der Raum für zwei getrennte Fahrspuren für Autos plus Schutzstreifen zu knapp sei, müssten Autofahrer bei Gegenverkehr warten. Komme kein Radfahrer vorbei, könnten sie auch die Schutzstreifen befahren. Bei Tempo 30 sei dies realistisch.

Vom Sülztalplatz bis zum Bahnhof Rösrath sollte ein Schutzstreifen auf beiden Straßenseiten eingerichtet werden. Außerdem fordern Schalke und Hasbron-Blume am Bahnhof Rösrath eine „sichere, markierte Querung“ der Fahrbahn für Radfahrer, die dort auf den Geh- und Radweg auf der anderen Straßenseite wechseln müssen. Vor dem gleichen Problem stehen Radfahrer aus Hoffnungsthal, die am Sülztalplatz auf den Geh- und Radweg wechseln müssen, der dort auf der anderen Straßenseite beginnt. Zudem können Ortsunkundige den Weg leicht übersehen. Eine weitere Gefahrenquelle ist das Linksabbiegen von der Hauptstraße in die Sülztalstraße: Nötig wäre ein markierter Streifen für Radfahrer neben der Abbiegespur und ein Aufstellstreifen vor der Ampel. Die Stadt Rösrath müsste diese Fragen an die Zuständigen beim Land NRW herantragen, findet Hasbron-Blume: „Die Partner stehen dafür bereit, dass man mit ihnen redet.“


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