28.08.2016
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Ruhestand: Viel Lob für "Mister Handwerk"

Abschied von Hans Gerd Neu: Marcus Otto Nachfolger, Hans Gerd Neu, Marlies Neu, Bert Eimons (v.l.)

Abschied von Hans Gerd Neu: Marcus Otto Nachfolger, Hans Gerd Neu, Marlies Neu, Bert Eimons (v.l.)

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Christopher Arlinghaus

Rhein-Berg -

Als Heinz Gerd Neu, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, vor 36 Jahren seinen Dienst in dem Verband als Vertreter der Geschäftsleitung aufnahm, da war alles noch ein bisschen anders. „Es war eine Zeit ohne Computer“, erinnerte sich Neu, „alles ging nur mit Papier, und wenn man mal etwas von der Buchhalterin wissen wollte – das war ein richtiger Akt!“

lso brachte er kurzentschlossen seinen eigenen Computer mit und schrieb sogar eigene Programme – auch wenn das zunächst auf wenig Gegenliebe stieß. Aber Neu setzte sich durch. Und man kann erahnen, warum in fast allen Lobreden auf ihn, die Neus eigener Ansprache vorausgingen, das Wort „stur“ eine nicht unwesentliche Rolle spielte – und zwar als Kompliment. Am Donnerstag wurde Heinz Gerd Neu, der seit 2000 auch stellvertretender Landrat ist, im Haus des Handwerks in den Ruhestand verabschiedet, in Anwesenheit von Kollegen und Weggefährten aus Handwerk, Politik und anderen Gremien.

Dabei war es freilich nicht die Beharrlichkeit – so kann man Sturheit ja auch nennen –, die in den Würdigungen durch seine Kollegen und Weggefährten die größte Rolle spielten, sondern sein Herz für die Nachwuchsförderung und vor allem die Verlässlichkeit. „Alle, die mit ihm zu tun hatten, haben mit ihm einen verlässlichen Ansprechpartner gefunden“, sagte Kreishandwerksmeister Bert Emundts. Und Gerhard Reimann, stellvertretender Kreishandwerksmeister, berichtete: „Wenn irgendwo Gesprächsbedarf war – Heinz Gerd war immer da. Und er hat die Gespräche immer auf Augenhöhe geführt.“

Gespräche zu führen war für Neu während seiner Amtszeit gleich zweimal eine besondere Herausforderung: im Zuge der Fusionen – mit Leverkusen 1995 und mit dem Oberbergischen Kreis 2008, die der Kreishandwerkerschaft den prägnanten Beinamen „Bergisches Land“ verschafften. Das war nicht für jedes Mitglied einfach. Aber Heinz Gerd Neu habe es geschafft, das Handwerk von der Fusion zu überzeugen, so Reimann: „Für mich bist du deshalb der Mister Handwerk des Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreises.“ Und Ortwin Welterich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Köln, stellte fest, dank Neu sei die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land „in der Championsleague“ dieser Gremien bundesweit.

Große Fußstapfen also, in die Neus Nachfolger Marcus Otto nun treten muss; noch am Abend trat er offiziell das neue Amt an. Nicht ohne schmunzelnd von seinem ersten Tag 1998 zu berichten, als er – Neuling und zudem Jurist – vor Neu stand und dieser ihn mit den Worten begrüßte: „Was wollen Sie überhaupt hier? Können Sie überhaupt mit Handwerkern umgehen?“ Offenbar hat Otto ihn seitdem zu überzeugen gewusst. Denn auch ihm, dem Nachfolger, galt Heinz Gerd Neus Dank, wie auch seinem ganzen Team, darunter seine Sekretärin Susanne Kraft, „die eigentlich immer meine direkte Vorgesetzte war“. Der Umgang mit den ehrenamtlich Tätigen habe ihm am meisten gegeben, bekannte Neu: „Man war nie alleine.“ Und das soll auch für die Zeit seines Ruhestandes gelten: „Ich bin jetzt nicht mehr im Haus – aber das heißt ja nicht, dass ich nicht mehr erreichbar bin.“