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Unfallhäufung: 32.000 Raser auf A1 geblitzt – Spitzenreiter mit 246 km/h unterwegs

Viel Arbeit beschert die neue Anlage auf der A 1 bei Burscheid der Kreisverwaltung.

Viel Arbeit beschert die neue Anlage auf der A 1 bei Burscheid der Kreisverwaltung.

Foto:

Ralf Krieger

Burscheid -

Auch die seit Jahresbeginn an der A1 bei Burscheid installierte Blitzanlage hat die schweren Unfälle auf dem Autobahnabschnitt vor dem Leverkusener Kreuz nicht zurückgehen lassen.

Immer noch sei die Zahl der Verstöße gegen das dort eingerichtete Tempolimit (Tempo 100 für Autofahrer, Tempo 60 für Lkw) nicht signifikant zurückgegangen, sagte eine Sprecherin des Rheinisch-Bergischen Kreises, der die Blitzanlage betreibt, am Freitag auf Anfrage.

Bis Mitte Mai registrierte die Anlage 32 000 Geschwindigkeitsüberschreitungen. Dabei ist die Anlage bislang lediglich vier Stunden zu wechselnden Zeiten scharf geschaltet, weil das Personal, das die Tempoverstöße bearbeitet, erst noch aufgebaut wird.

Und möglicherweise gar nicht reichen wird. „In den vier Stunden, die wir derzeit pro Tag blitzen, haben wir fast den prognostizierten Tageswert erreicht“, bilanzierte Dezernent Gerald Petri jüngst im Verkehrsausschuss des Rheinisch-Bergischen Kreises. Der zunächst prognostizierte Wert für einen gesamten Tag lag zwischen 350 und 450.

Insgesamt sind bislang 19,9 zusätzliche Stellen in der Kreisverwaltung für den Betrieb der neuen Blitzanlage vorgesehen. Trotzdem geht die Kreisverwaltung nach Abzug der Verwaltungskosten von einem jährlichen Überschuss in Höhe von etwa 1,7 Millionen Euro aus.

Wie berichtet hatte die Vertreter des Kreises allerdings auch stets betont, dass die Blitzanlage vor allem deshalb installiert werde, um die Zahl der schweren Unfälle zu reduzieren.

Untersuchungen hatten ergeben, dass ein Großteil der zahlreichen schweren Verkehrsunfälle auf dem Autobahnabschnitt, auf dem es immer wieder Rückstaus vom Leverkusener Kreuz gibt, auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen ist.

Spitzenreiter mit Tempo 246

Und die Tempoverstöße sind teilweise erheblich, wie die Bilanz der Blitzanlage zeigt. Traurige Spitzenreiter bei den Temposündern seit Jahresbeginn waren ein Autofahrer, der mit Tempo 246 unterwegs war, obwohl er eigentlich maximal 100 Kilometer pro Stunde hätte fahren dürfen.

Unter den Lastwagen wurde einer mit Tempo 128 geblitzt – mehr als doppelt so schnell wie die zulässige Lkw-Höchstgeschwindigkeit von Tempo 60 auf dem Abschnitt.