30.07.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Köder: Hunde in Bedburg vergiftet

Viele Hundebesitzer in Bedburg-Broich sorgen sich um ihre Vierbeiner. Einige Tiere sind vergiftet worden.

Viele Hundebesitzer in Bedburg-Broich sorgen sich um ihre Vierbeiner. Einige Tiere sind vergiftet worden.

Foto:

Markus Clemens

Bedburg-Broich -

Immer wieder ist davon zu hören, dass Hunde durch vergiftete Köder sterben oder schwer erkranken. „Vor ein paar Monaten hatten wir einige Fälle in Königshoven“, weiß Hundebesitzerin Melanie Kaufhold. Wie meistens , konnte aber kein Täter ermittelt werden. Nun treibt möglicherweise jemand im Bereich von Bedburg-Broich sein Unwesen. „Ein Berner Sennenhund wurde schwer vergiftet, ein Schäferhund ist gestorben“, sagt Kaufhold. Sie und zahlreiche andere Hundebesitzer, die an der Erft, an der dortigen Schleuse und in dem kleinen Wäldchen unweit des Friedhofes mit den Hunden spazieren gehen, haben nun reagiert. „Wir haben Maulkörbe für die Hunde angeschafft, damit sie die Köder nicht herunterschlucken können“, erklärt Heike Berg. Nicht verhindern könne man allerdings, dass der Hund an dem Köder leckt.

Sorge um Kinder

Die Gruppe um Kaufhold, Berg, um Willi Schiffer und Heinz Heuser sorgt sich aber nicht nur um die Hunde. „Nicht auszudenken, wenn sich ein Kind einen Köder in den Mund stecken würde.“ Die ganze Gruppe will sich am Sonntag, 3. März, um 14 Uhr an der Schleuse an der Pappelallee treffen und alle Wanderwege nach Giftködern absuchen. Besonders im Visier haben sie verdächtige Wurst- oder Käsestückchen. Große Hoffnungen, einen „Hundehasser“ zu finden, haben sie aber nicht. Auch Thomas Ulmer, der Direktor des Bergheimer Amtsgerichtes, weiß von keinem Fall, in dem ein solcher Täter angeklagt wurde. Sollte allerdings jemand dabei erwischt werden, müsse er mit einem Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und wegen Sachbeschädigung rechnen.

Als denkbares Strafmaß wäre alles zwischen einer Geldbuße bis hin zu einer Freiheitsstrafe möglich. Dies hänge von möglichen Vorstrafen ab und davon, ob ein oder 100 ausgelegte Köder nachgewiesen werden können. Auch bei der Bedburger Stadtverwaltung weiß man von einem Hund, der nach einem Spaziergang am Peringsmaar an einer Vergiftung gestorben ist. Von weiteren Vorfällen ist der Verwaltung derzeit aber nichts bekannt. Mitarbeiter der Tierklinik Bali in Stommeln allerdings berichten davon, dass dies zunehmend vorkomme. „Wir haben Fälle mit durch Rattengift vergiftete Köder, dazu Köder mit Rasierklingen oder Angelhaken“, erklärt die Tiermedizinische Fachangestellte Vanessa Helbig.

Die Hundebesitzer in Bedburg-Broich wollen vorsichtig bleiben und ihre Hunde möglichst an der Leine führen. Und eines wollen sie auf jeden Fall machen. „Wenn wir Köder finden, werden wir sofort Anzeige erstatten.“