29.07.2016
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Familienbericht: SPD attackiert Arbeit des Jugendamtes

Die SPD attackiert die Arbeit des Jugendamtes. Symbolbild

Die SPD attackiert die Arbeit des Jugendamtes. Symbolbild

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dpa

Erftstadt -

Die Erftstädter SPD lässt kein gutes Haar an der Arbeit von Jugendamtsleiter Wolfgang Brost (SPD). Widersprüchliche Angaben und irritierende Entscheidungen gebe es vom Amt, beklagte sich Fraktionschef Bernd Bohlen. Ein von der SPD geforderter Familienbericht sei seinerzeit von Jugenddezernent Volker Erner (CDU) und Brost abgelehnt worden.

„Das Thema Familie taugt bei vielen Verantwortlichen nur für Sonntagsreden“, resümierte Bohlen. Brost und die CDU hätten überdies die Aktivitäten im Rahmen des „Bündnisses für Familien“ regelrecht ausgebremst. Dabei sei das Bündnis, dem laut SPD-Bürgermeisterkandidat Peter Isakeit bundesweit 670 Kommunen angehören, angesichts des demografischen Wandels wichtiger denn je. Ein wichtiges Thema sei dabei der zunehmende Pflegebedarf, gerade der älteren Familienangehörigen, so Isakeit. Im Bereich der Betreuung wolle die Stadt jährlich bis zu 300 000 Euro mehr für zusätzliche Tagesmütter ausgeben, so Ute Junker, Sprecherin der SPD im Unterausschuss Jugendhilfeplanung.

Unterdessen würden jedoch Gerüchte laut, dass bei den vorhandenen Tagesmüttern rund 50 Betreuungsplätze nicht besetzt seien. Viele Tagesmütter klagten, dass die Verwaltung ihnen keine Kinder vermittele. Lange habe es zudem gedauert, bis das Jugendamt in die Personalquerelen der Kita Lechenich-Süd eingegriffen habe. Dass der Schlichter ein Mitglied des Jugendhilfeausschusses sei, somit selbst einem Ratsgremium angehöre, sei für die SPD völlig unverständlich, so Bohlen. Brost kontert. „Bohlen bewegt sich im Grenzbereich der Verleumdung meiner Person. Offensichtlich will er sich wegen meiner Kritik an ihm im Rahmen einer möglichen Bürgermeisterkandidatur rächen. Weit über 20 Jahre war die Arbeit tadellos, jetzt wird sie von ihm angegriffen.“

Bohlen verschweige zudem, dass auch SPD-Bürgermeister Franz Georg Rips und alle anderen Fraktionen den Familienbericht für zu teuer und damit überflüssig gehalten haben, zumal die unterschiedlichsten Themen in anderen Berichten bereits bearbeitet worden seien. Derzeit gebe es 40 Tagespflegepersonen. Fünf Plätze seien vakant. Ab August seien 35 Plätze noch nicht belegt. Alle Eltern, die einen Förderplatz für Kinder unter drei Jahren und keinen Kitaplatz bekommen könnten, würden auf die Tagespflege verwiesen. Die Eltern entschieden, ob sie das Angebot annähmen, und nicht das Jugendamt.

Bei den Personalquerelen in Lechenich-Süd den Sachkundigen Bürger Guido Pelzer einzuschalten, sei richtig gewesen. Seine Kompetenz als approbierter Therapeut mit Erfahrung in Konfliktfällen und gerade sein langjähriges Engagement im Stadtelternrat hätten ihn besonders ausgezeichnet. Pelzer wisse, wie wichtig es sei, dass Konflikte im Kindergarten nicht in die Elternschaft hineingetragen werden.