28.09.2016
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Schutzwall: Weniger Lärm aber keine Stille

Stoßstange an Stoßstange fahren die Brummis im Erfttal-Dreieck an Blessem, das links hinter der Böschung liegt, vorbei.

Stoßstange an Stoßstange fahren die Brummis im Erfttal-Dreieck an Blessem, das links hinter der Böschung liegt, vorbei.

Foto:

Dr. Horst Komuth

Erftstadt-Blessem -

Nachdem Gymnich und Dirmerzheim bereits Lärmschutzwände erhalten haben ist nun Blessem an der Reihe. Auch dieser Erftstädter Stadtteil soll demnächst vom Lärm der stark befahrenen Autobahn abgeschirmt werden. Hier ist die Beeinträchtigung besonders stark, da der Ort westlich des Erfttal-Dreiecks (bestehend aus den Autobahnen 1 und 61) liegt und bei vorherrschender Westwind-Wetterlage fast immer unter Lärm zu leiden hat.

Auf einer Bürgerversammlung im Landgasthof „Blessemer Eck“, zu der Ortsbürgermeister Helmut Zimmermann und der Landesbetrieb Straßen eingeladen hatten, wurden die Details erläutert. Ermöglicht werde das neue Bauwerk durch eine „Änderung der Anspruchskriterien“ für Lärmbelästigung, sagte Bernd Egenter, Leiter der Planungsabteilung beim Landesbetrieb. Zudem hätten Politiker vor Ort das Thema frühzeitig erkannt und daran gearbeitet.

Höhe von 6,50 Meter

Genau in diesem Zusammenhang fühlte sich Ratsfrau Carla Neisse-Hommelsheim angesprochen, die betonte, dass sie schon seit 1994 am Thema dran sei. Sie bat die Bürger, den Planern Vertrauen zu schenken, dass diese eine „baulich optimale Lösung für Blessem“ realisierten. Höher als 6,50 Meter dürften die Wände nach den Vorgaben des Bundes nicht gebaut werden.

Wie Straßenbau-Experte Egenter erläuterte, würden vor allem die nächstgelegenen Anlieger des Schutzwalls von deutlich verminderter Lärmbelästigung profitieren, wohingegen unvermeidlich in weiterer Entfernung der Effekt geringer sein könne, da Schallwellen durch den Wall abgelenkt und in größerer Entfernung wieder auf den Boden treffen würden. Ein Bewohner Liblars erklärte, dass selbst in 2000 Metern Entfernung noch 49 Dezibel Autobahnlärm gemessen werden könnten. Durch den Wall werde es nicht still in Blessem, aber sogenannte „Lärmspitzen“, hervorgerufen durch Motorräder oder Lastwagen, gemindert. „Die Störwirkung wird geringer“, formulierte Egenter.

Die Lärmschutzwand werde zur Autobahn hin eine Rippenstruktur mit grobporiger Oberfläche haben, um beim Auftreffen der Schallwellen möglichst große Mengen des Lärms zu absorbieren. Um Noch mehr Effekt und Entlastung der Autobahnanwohner zu erzielen, werde die Fahrbahndecke in den nächsten beiden Jahren durch eine neue Schicht ersetzt. Die Autobahnniederlassung Krefeld werde den Belag in den nächsten beiden Jahren auftragen lassen. Dieser sorge dafür, dass weitere zwei Dezibel Lärm geschluckt würden.