28.08.2016
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Prozess: Lange kriminelle Karriere

Justitia, die römische Göttin der Gerechtigkeit

Justitia, die römische Göttin der Gerechtigkeit

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dpa

Köln/Hürth/Brühl -

Zäh gestaltete sich ein weiterer Prozesstag am Kölner Landgericht, vor dem sich zur Zeit sechs Männer wegen gewerbsmäßigen Bandendiebstahls verantworten müssen. In einer langen Prozedur verlas der Richter von allen in der Sache geführten Protokollen der Ermittlung von Verhören, Durchsuchen und Sicherstellungen das Datum und die beteiligten Personen vor. Sogar die Aufzählung der Rechnungen über einzelne gestohlene Gegenstände aus den Wohnungen der Einbruchsopfer listete der Richter auf. In insgesamt 50 Einbrüchen hatte sich eine ganze Menge an Verhören und Akten angesammelt. Später verlas der Richter zudem die Vorstrafen der Männer zwischen Anfang und Mitte zwanzig.

Es entstand der Eindruck, dass sie in den vergangenen Jahren nicht an krimineller Energie gespart hatten. Von Schwarzfahren in der Stadtbahn und Fahren ohne Fahrerlaubnis über den Besitz von Betäubungsmittel, Einbrüchen, Diebstahl bis hin zu gemeinschaftlichen schweren Raubüberfällen auf Jugendliche gab der Richter einen Einblick in die Karriere der Männer. Zwei der Angeklagten hatten sogar schon ihre Frauen geschlagen und waren mit Haftstrafen, nicht immer auf Bewährung, vorbestraft. In den Begründungen für die Urteile der Vorstrafen zeigte sich immer wieder, dass die Angeklagten die Wertgegenstände zu Geld gemacht hatten, um ihren Drogenkonsum zu finanzieren.