27.09.2016
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Sparvorschlag: Eltern gehen auf die Barrikaden

Auf der Freifläche an der Sudetenstraße/ Ecke Horbeller Straße soll die neue Gesamtschule gebaut werden. CDU und Grünen wollen dort nur einen Bau für die Sekundarstufe I.

Auf der Freifläche an der Sudetenstraße/ Ecke Horbeller Straße soll die neue Gesamtschule gebaut werden. CDU und Grünen wollen dort nur einen Bau für die Sekundarstufe I.

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Udo Beissel

Hürth -

In den Räumen der Dr.-Kürten-Schule regt sich Widerstand. In der frisch gegründeten Hürther Gesamtschule, die provisorisch in den Räumen der auslaufenden Förderschule untergebracht ist, hat sich eine Schulpflegschaft gegründet. Die acht gewählten Eltern – aus jeder Gesamtschulklasse zwei – fordern unter Vorsitz des Vaters Markus Merkle erst einmal eins: „Wir wollen die Gesamt(e)schule Hürth“. Dieses Wortspiel ist auch die Schlagzeile der Internetseite, die die Schulpflegschaft innerhalb weniger Stunden aus der Taufe gehoben hat.

Entsetzt und wütend

Den Vorstoß der Hürther CDU und den Grünen, die künftige Sekundarstufe II der Gesamtschule in der Dr.-Kürten-Schule unterzubringen und dafür bei dem geplanten Neubau an der Sudetenstraße auf den Oberstufentrakt zu verzichten, hat nicht nur die Gegner von SPD und der FDP, beziehungsweise der FDP-Piraten-Fraktion auf den Plan gerufen. Vor allem die Eltern der Gesamtschüler sind entsetzt. „Und wir fühlen uns machtlos“, beschreibt Merkle die Stimmung in der Gesamtschule. „Es war uns allen klar, die die Anfangszeit in dem Provisorium nicht einfach wird. Aber dass neue Mehrheiten im Stadtrat innerhalb kürzester Zeit feste Beschlüsse kippen und Versprechen an die Eltern brechen können, ist für uns alle ungeheuerlich.“ In den wenigen Tagen, die bis zur entscheidenden Ratssitzung (Dienstag, 9. September, 18 Uhr, Aula des Albert-Schweitzer-Gymnasiums) bleiben, wollen die Eltern Unterschriften sammeln, Kräfte mobilisieren, an die Fraktionen schreiben sowie Protestplakate und -banner vorbereiten.

Die CDU und auch die Grünen bekräftigen ihre Absicht, dass die Einsparmöglichkeiten ernsthaft geprüft werden. Die CDU fürchtet durch möglicherweise ausufernde Kosten für den Neubau, dass an anderen Schulen und städtischen Einrichtungen gespart wird. Eine fadenscheinige Begründung, wie Piratin Alexandra Osburg findet.

Kostenaufstellung

Derzeit arbeiten die städtischen Mitarbeiter an einer Kostenaufstellung, aus der hervorgehen soll, wie viel Einsparungen das neue Gesamtschulmodell bringen könnte. Angeblich sollten mindestens 3,6 Millionen Euro durch den Wegfall des Gebäudeteils C eingespart werden können. „Das muss aber mit den Investitionskosten abgeglichen werden, die durch einen Umbau der Dr.-Kürten-Schule auf uns zukommen würde“, erklärte Bürgermeister Walther Boecker. Auch die Folgekosten werden berechnet. Boecker befürchtet zudem, dass es zu Verzögerungen beim Neubau der Schule kommen würde. Seine Einschätzung: Die neue Gesamtschule würde frühstens im Herbst bis Ende 2017 fertig werden würde. „Wie wir dann noch einen vierten Jahrgang in der Dr.-Kürten-Schule unterbringen sollen, ist mir schleierhaft.“

www.huerthnet.de