27.09.2016
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Toter bei Brand in Hürth: Mann wurde in Zimmer im Flüchtlingsheim erschlagen

Bei einem Feuer in einer Asylunterkunft in Fischenich wurde ein Toter gefunden.

Bei einem Feuer in einer Asylunterkunft in Fischenich wurde ein Toter gefunden.

Foto:

Beissel

Hürth -

Zum zweiten Mal innerhalb von viereinhalb Monaten kam es in einer städtischen Unterkunft für Asylbewerber und Flüchtlinge in Hürth zu einem schweren Zwischenfall. Am Dienstag starb ein Mann bei einem Feuer im Stadtteil Fischenich. Die Mordkommission ermittelt. Offenbar wurde der Mann Opfer eines Tötungsdeliktes.

Zunächst hatte alles nach einem „normalen“ Wohnungsbrand ausgesehen, als die Feuerwehrmänner aus Hürth gegen 23 Uhr am Montagabend alarmiert worden waren. Zehn Personen sind in dem Haus offiziell gemeldet. Einige waren nicht zu Hause. Als die Wehr eintraf, hatten sich zwei Bewohner in Sicherheit gebracht. Der Brandherd war in einem Zimmer im zweiten Obergeschoss. Die Flammen konnten innerhalb weniger Minuten gelöscht werden. Auf dem Boden zwischen einem Bett und einem Kleiderschrank lag ein Mann.

Noch in der Nacht zum Dienstag rückten die Beamten der Kölner Mordkommission an. Die Feuerwehr hatte die Löscharbeiten bereits abgeschlossen. Im zweiten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses an der Schmittstraße in Fischenich schimmerte diffuses Licht durch die Fensterscheiben. In weißen Schutzanzügen arbeiteten die Ermittler in dem Zimmer, in dem kurze Zeit zuvor ein Bewohner unter mysteriösen Umständen gestorben war.

Brandverletzungen am Kopf

Der Oberkörper des Mannes weise massive Brandverletzungen auf, hieß es. Der Körper sei mit Kleidungsstücken bedeckt. „Die Auffindesituation war ungewöhnlich“, sagte ein Beamter. Daher wurde die Mordkommission eingeschaltet. Die Leiche wurde am Morgen zur Untersuchung in die Gerichtsmedizin nach Köln gebracht.

Dabei wurde festgestellt, dass der Mann in seinem Zimmer erschlagen worden war. Offenbar hatte der Täter anschließend versucht, ein Feuer zu legen. Bei dem Opfer handelt es sich um einem 30-Jährigen, der zu den Bewohnern des Hauses zählte. Die beiden Menschen, die sich selbst in Sicherheit bringen konnten und anschließend von Polizisten ins Krankenhaus begleitet wurden, sollen nicht als Täter in Betracht kommen. Die Polizei gehe nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht von einer Tat mit fremdenfeindlichem Hintergrund aus, erklärte eine Sprecherin am frühen Abend. Näheres zu einem möglichen Täter wollten die Ermittler aber noch nicht sagen.

Das Haus sei vorläufig nicht bewohnbar, hieß es bei der Stadtverwaltung. Zwei Frauen und ein Kind kamen bei Verwandten unter. „Zwei Personen werden in einer Unterkunft in Fischenich untergebracht“, sagte Stadtsprecher Willi Pütz.
Die Stadtverwaltung denkt vorläufig nicht an zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für Flüchtlinge und Asylbewerber in den städtischen Unterkünften. Pütz: „Wir werden den Fall im Ganzen bewerten, wenn alle Ermittlungsergebnisse vorliegen. Erst dann haben wir eine Grundlage, über die wir reden können.“

Mitte September war es in einer Unterkunft an der Thielstraße in Hermülheim zu einer Messerstecherei zwischen zwei Bewohnern gekommen. Ein 50-Jähriger soll dabei mit einem Messer einen 29-Jährigen niedergestochen haben. Der Mann überlebte schwer verletzt.


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