28.08.2016
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Giftköder in Kerpen: Vergiftete Mäuse könnten Katzen töten

Für Kater Snoopy gab es keine Rettung: Tagelang litt er unter Schmerzen, verkroch sich und verendete schließlich jämmerlich.

Für Kater Snoopy gab es keine Rettung: Tagelang litt er unter Schmerzen, verkroch sich und verendete schließlich jämmerlich.

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Privat

Kerpen-Langenich -

Das Katzentöten in Langenich geht weiter. Bei Tierschützerin Martina Bötig haben sich nach Bekanntwerden der ersten Todesfälle und misshandelten Katzen viele weitere Bürger aus dem Ort gemeldet, deren Tieren Ähnliches widerfahren ist. Eine Bürgerin habe weinend berichtet, dass ihre Katze vergiftet worden sei, berichtet Bötig. Eine andere Katze sei so schwer misshandelt worden, dass sie am Rückgrat verletzt worden sei und in eine Pulheimer Tierklinik gebracht werden musste. Noch sei nicht klar, ob das Tier überlebt, weil es in Folge der Verletzungen nun unter Verwachsungen im Bauch leide.

Jetzt wirft ein Fall ein neues Licht auf die zahlreichen Fälle von vergifteten Katzen. Zeitungsbotin Martina Forst trauert um ihren Kater Snoopy. Der kam vor einigen Wochen nach einem Streifzug durch die umliegenden Grünflächen ganz krank nach Hause und verkroch sich leidend. Snoopy habe sich tagelang mit Schmerzen herumgequält, berichtet Martina Forst: „Und dann lag sie tot auf der Straße.“

Schädlingsbekämpfer schöpft Verdacht

Knut Bramer, Lebensgefährte von Martina Forsts Tochter, ist von Beruf Schädlingsbekämpfer. Er hat einen Verdacht: „In Langenich werden derzeit sehr viele tote Mäuse auf der Straße oder auch am Rande des Neffelbaches gefunden. Das deutet darauf hin, dass jemand Giftköder auslegt.“ Schädlingsbekämpfer Bramer vermutet, dass es sich dabei um ein Cumarate-Präparat handeln könnte: „Wirkstoffe wie Bromadiolon wirken erst nach vier bis fünf Tagen in der Maus. Hat die Katze eine solche Maus aber in dieser Zeit gefressen, kommt es zu Sekundärvergiftungen.“ Der Fachmann warnt deshalb vor sorglosem Umgang mit Giftködern, besonders im Freiland: „Nicht nur Katzen, sondern auch Hunde sind gefährdet.“

Bramers Theorie würde zahlreiche Katzenvergiftungen in Langenich erklären, da Katzen nur lebende Mäuse jagen und fressen. Aufgrund der Berichterstattung im „Kölner Stadt-Anzeiger“ ist auch das städtische Ordnungsamt schon aktiv geworden. Auch das Kreisveterinäramt wurde eingeschaltet. Leiterin Birgit Roos-von Danwitz sicherte zu: „Falls noch einmal eine tote Katze gefunden wird, sollten die Besitzer sie ins Bergheimer Kreishaus bringen, dann lassen wir es obduzieren und auf Cumarate-Präparate untersuchen.“ Die Amtsleiterin appelliert an alle Langenicher: „Gifte müssen immer sachgerecht eingesetzt werden. Unbedingt auf die Anleitung achten oder mit einem Fachmann sprechen.“