27.07.2016
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Kolping in Kerpen: Meisner lobte immenses Lebenswerk

Eine Festmesse mit dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner in der Stiftskirche bildete den abschließenden Höhepunkt des Kolpingjahres in Kerpen.

Eine Festmesse mit dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner in der Stiftskirche bildete den abschließenden Höhepunkt des Kolpingjahres in Kerpen.

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Joachim Roehrig

Kerpen -

Ein ganzes Jahr lang haben die Kerpener Bürgerinnen und Bürger dem wohl größten Sohn ihrer Stadt mit einer Vielzahl gelungener Veranstaltungen die Ehre erwiesen. Sonntag nun – am 200. Geburtstag des am 8. Dezember 1813 in Kerpen geborenen Gesellenvaters – klang das Adolph-Kolping-Jahr mit einer vom Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner zelebrierten Festmesse und einem anschließenden Festakt in der Stiftskirche St. Martinus feierlich aus. Der Ort war mit Bedacht gewählt worden, denn in eben dieser Stiftskirche wurde Adolph Kolping getauft, und hier hat er am 20. April 1845 auch seine Primizmesse gelesen. Zwei Jahrhunderte später reichten die Sitzplätze im Gotteshaus nicht aus für die rund 500-köpfige Schar, die die Feier zu Kolpings Ehrentag miterleben wollte.

Zahlreiche hochrangige Gäste aus dem kirchlichen, gesellschaftlichen und politischen Leben waren mit dabei. Dies und viel mehr noch die Tatsache, dass das von Adolph Kolping ausgesandte Licht des Glaubens und seine Soziallehre bis heute von hunderttausenden Kolpingjüngern in aller Welt mit Begeisterung hochgehalten und verbreitet würden, ist für Kardinal Meisner „eigentlich fast schon Wunder genug“, um den 1991 seliggesprochenen Gesellenvater bald auch in den Stand der Heiligen zu erheben. Darauf, dass die offizielle kirchliche Ordnung für eine Heiligsprechung aber noch Wunder anderer Art verlange, wies Meisner am Ende seiner Predigt mit einem gewissen Bedauern hin.

Dies ändere aber nichts daran, dass der „Schusterjunge aus Kerpen“ ein immenses soziales, caritatives und religiöses Lebenswerk hinterlassen habe. Den Menschen in Kolpings Geburtsstadt dankte Meisner für den Elan, mit dem sie das Gedenken an Kolping lebendig erhalten: „Darauf dürft ihr stolz sein. Macht weiter so!“, rief Kardinal Meisner den Kerpenern zum Abschied zu, bevor er zur internationalen Kolping-Festmesse in der Kölner Minoritenkirche eilte. Beim anschließenden weltlichen Festakt blickten Bürgermeisterin Marlies Sieburg und Landrat Michael Kreuzberg noch einmal auf die vielen Aktivitäten zurück, die ganz unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen im Kolpingjahr in Kerpen initiiert haben.

Ein Glanzlicht war und ist die viel beachtete Ausstellung „Kolping kommt aus Kerpen“ im Haus für Kunst und Geschichte. Mehr als 4000 Gäste wurden bislang gezählt, und wegen des großen Erfolges ist die Laufzeit dieser Ausstellung bis zum 20. Februar nächsten Jahres verlängert worden. Noch etwas ist ab 2014 geplant: Wie Pfarrer Ludger Möers bekanntgab, soll das Kerpener Kolpinghaus an der Kölner Straße mit Unterstützung der Marga-und-Walter-Boll-Stiftung und weiterer Sponsoren renoviert und umgestaltet werden.

Die Laudatio auf Adolph Kolping hielt Monsignore Alois Schröder. Der ehemalige Kolping-Bundes- und Europapräses widmete sich vor allem der Frage, was Kolping wohl von denen erwarten würde, die heutzutage in seinem Namen unterwegs sind. Hier nannte er beispielsweise das Eintreten für Festigkeit im Glauben, für den Schutz der Familie, für das Recht auf Bildung und für eine gerechte Arbeitswelt.

Einen wunderbaren musikalischen Rahmen für den Festtag schufen ein eigens gegründeter Projektchor des Seelsorgerbereichs Kerpen Süd-West, Bläser der RWE-Band, Organist Michele Savino und Gesangssolistin Anna Pehlken, die unter der Gesamtleitung von Stephen Harrap die „Missa Katharina“ von Jacob de Haan und andere Werke aufführten. Jugendliche der Adolph-Kolping-Hauptschule trumpften mit dem Rapsong „Kolping forever young“ auf.


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