29.09.2016
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Verein: Hilfe aus Kerpen für Kamerun

Medicor-Mitarbeiter und Vereinsmitglieder helfen Alphonse Yombi (in der Hocke) beim Packen des Containers. BILD: MEISEN

Medicor-Mitarbeiter und Vereinsmitglieder helfen Alphonse Yombi (in der Hocke) beim Packen des Containers.

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Wilfried Meisen

Kerpen-Sindorf -

Er ist in den Armenvierteln der kamerunischen Hauptstadt Yaoundé aufgewachsen und brachte es dann als Nationalspieler seines Landes 1990 bis ins Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Italien: Jetzt sitzt der ehemalige Fußball-Profi Alphonse Yombi im Vorstand des Vereins „Deutsche-Kamerun-Hilfe“. Den hat der 42-jährige Yombi 2002 gegründet. Seit zwei Jahren hat der Verein, der in Deutschland rund 30 Mitglieder hat, seinen Sitz in den Räumlichkeiten der Firma Medicor im Sindorfer Europarc. Von dort aus wurden gestern wieder zwei Container voller Hilfsgüter nach Kamerun geschickt.


Gebrauchte Schreinerei-Maschinen, ein Ultraschallgerät für medizinische Untersuchungen, Wasserpumpen, Werkzeuge, Nähmaschinen und andere Dinge gehören zu den insgesamt zehn Tonnen Material, die über Antwerpen in das zentralafrikanische Land verschifft werden. Dort betreibt der Verein unter anderem eine Krankenstation, eine Computerschule, eine Druckerei, eine Nähschule und noch andere Ausbildungsbetriebe, die so ausgerüstet werden. Dank seiner guten Verbindungen als ehemaliger Fußballstar schafft es Yombi immer wieder Privatleute und Firmen für Sach- und Geldspenden zu gewinnen. So hat er auch Medicor-Geschäftsführer Heinz Gerhards kennengelernt. Das Unternehmen, das mittlerweile zum Hauptsponsor für den Verein geworden ist, handelt mit Röntgengeräten und bietet mit seinen rund 30 Mitarbeitern dazu den entsprechenden Service an.


„Große Verantwortung“

„Wenn du in Kamerun ein berühmter Fußballspieler bist, dann ist die Verantwortung groß“, erklärt Yombi sein Engagement für seine Heimat. Immer wieder sei er gefragt worden, ob er hier oder dort helfen könne, so das er schließlich den Verein gegründet habe. Sachspenden seien als „Hilfe zur Selbsthilfe“ sinnvoll, erklärt Yombi. „Mit einer Nähmaschine kann in Kamerun eine zehnköpfige Familie ernährt werden.“ Nach zahlreichen Stationen in Europa als Fußballspieler bei Vereinen in Griechenland, Frankreich und Dänemark arbeitet er nun als Spielervermittler und berät afrikanische Fußballspieler, die in Europa Fuß fassen wollen. Er war zwölf Jahre lang mit einer Deutschen verheiratet gewesen und lernte so Land und Leute kennen. Deutschland ist neben Kamerun nun seine zweite Heimat. Er hat eine Wohnung in Kerpen und pendelt. So sorgt er auch dafür, dass in Kamerun die Hilfsgüter an die richtige Adresse kommen. Unterstützung gibt es auch vom Entwicklungshilfeministerium, berichtet Yombi. Das komme für den Containertransport auf.