26.08.2016
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Kraftwerk Neurath: In Betrieb genommen

Auf Knopfdruck wurde der Kessel heruntergefahren (v.l.): RWE-Technologie-Chef Hartung, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Faust,

Auf Knopfdruck wurde der Kessel heruntergefahren (v.l.): RWE-Technologie-Chef Hartung, Gesamtbetriebsratsvorsitzender Faust, Konzernchef Terum, Ministerpräsidentin Kraft, Landrat Petrauschke und RWE-Power-Chef Lambertz.

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Beissel

Grevenbroich-Neurath -

„Die Inbetriebnahme von BoA 2 und 3 ist energiepolitisch der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt.“ Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ließ bei der offiziellen Inbetriebnahme des Braunkohlenkraftwerks mit optimierter Anlagentechnik (BoA) keinen Zweifel: Der Braunkohle aus dem Rheinischen Revier komme für die Energiewende eine besondere Bedeutung zu. Vor zahlreichen Gästen sprach sie zugleich von den hohen Klimaschutz-Zielen für NRW und konkret von der angepeilten absoluten Senkung des Ausstoßes von Kohlendioxid (C02). Bis 2020 sollen die Emissionen um 25 Prozent, bis 2050 sogar um 80 Prozent sinken.

Um das zu erreichen, möchte die Landesregierung mit RWE Power einen Aktionsplan Rheinisches Revier entwickeln. Kraft weiter: „Zu diesem Aktionsplan sollte sicherlich auch das von Ihnen derzeit in Niederaußem projektierte Kraftwerk BoA-plus zählen.“ Dieses Kraftwerk verspreche ein so hohes Maß an Effizienz, wie sie vor wenigen Jahren noch niemand für möglich gehalten hätte. „Ich würde mich freuen, wenn RWE mit diesem Projekt ein weiteres Zeichen zur Effizienzsteigerung und zur Senkung der CO2-Emissionen setzen würde“, sagt sie unter großem Beifall.

Kraft mahnte die RWE-Vorstände, die Kritik in der Bevölkerung am Bau von Kraftwerken und an der Verstromung von Braunkohle ernst zu nehmen. „Wirtschaft und Politik müssen gemeinsam auf die Menschen zugehen und ihnen erklären, warum neue Kohlekraftwerke für eine Übergangszeit notwendig sind und wie wir die CO2-Emissionen dabei deutlich reduzieren können.“

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Aus für 16 Alt-Blöcke

Weiterhin mahnte sie nicht nur die Stilllegung alter Anlagen an, sondern forderte auch deren Abbruch. Zum Jahresende will RWE Power 16 der alten 150-MW-Blöcke in den Kraftwerken Frimmersdorf, Niederaußem und Weisweiler endgültig stilllegen. „Wenn die Bürger erleben würden, dass nicht mehr benötigte Anlagen zurückgebaut werden, dass keine Industrieruinen vor ihrer Nase die Gegend verschandeln, sondern diese Flächen saniert und neu genutzt werden, dann würde vielleicht auch die Akzeptanz für neue Kraftwerksprojekte hier im Revier wachsen. Vor einem Rückgang der Akzeptanz warnte auch der Neusser Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Er forderte mit Blick auf die geplanten Umstrukturierungen im Konzern, keine Arbeitsplätze aus dem Braunkohlenrevier zu verlagern. „Das könnte die Akzeptanz der Braunkohlenverstromung gefährden.“ Der Vorsitzende der RWE AG, Peter Terium, wies vor allem auf das Zusammenspiel von „Wind und Sonne mit den konventionellen Energien“ hin. Es sei das Ziel gewesen, ein flexibles Kraftwerk zu bauen, das sich an die jeweils vorhandene Leistung der regenerativen Energien anpasse.

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„Jeder Block kann in nur 15 Minuten seine Leistung um mehr als 500 MW verändern.“ Genau das mache „unsere modernen mit Gas und Kohle befeuerten Kraftwerke zum Trumpf der Energiewende“. Erneuerbare Energien bräuchten noch mehrere Jahrzehnte konventionelle Kraftwerke zur Ergänzung. Gleichzeitig versprach Terium den Ausbau von Wind, Sonne- und Bio-Anlagen. Zu den Windkraftanlagen auf der Neurather Höhe kämen bald noch Windparks in Titz und Jüchen hinzu. Weil die Energiewende aber Zeit und die Industrie in NRW daher noch konventionelle Energie brauche, treibe RWE „die Pläne für BoA plus voran“. Auch Bundesumweltminister Peter Altmeier bekannte sich zur Braunkohle und übte Kritik an den Kritikern. Man dürfe die konventionelle Energie nicht gegen die erneuerbare ausspielen, das sei dümmlich, sagte der Umweltminister. Für die Energiewende müssten moderne und hocheffiziente Braunkohlekraftwerke genutzt werden.


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