24.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Nahverkehr: Schülerin blieb im Regen stehen
27. December 2012
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Nahverkehr: Schülerin blieb im Regen stehen

Symbolbild

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dpa

Rhein-Erft-Kreis -

Ferdi Henkelmann aus Frechen ist wütend. Einen Tag vor Heiligabend verweigert ein Busfahrer seiner 14 Jahre alten Tochter die Mitfahrt, und er musste sie persönlich mit dem Auto abholen.

Seine Tochter Carina wollte morgens gegen zehn Uhr von Niederembt nach Königsdorf fahren. Da sonntags aber kein Bus von Niederembt aus fährt, ging sie zu Fuß zum Busbahnhof nach Elsdorf. Als sie dort in den Bus nach Königsdorf steigen wollte, sagte der Busfahrer, die Chipkarte ihres Schülertickets sei nicht lesbar und sie könne deshalb nicht mitfahren. Sie ging daraufhin zu Fuß zu einer Klassenkameradin, die im Ort wohnt, und rief ihren Vater an. „Es hat in Strömen geregnet, wie kann man denn ein Kind bei diesem Wetter alleine lassen?“, fragte sich Henkelmann.

Er ist davon überzeugt, dass seine Tochter einen gültigen Fahrschein hat. „Auf dem Fahrausweis steht doch das Gültigkeitsdatum drauf, das ist dasselbe wie bei einem Fahrschein aus Papier“, sagte Henkelmann. „Der Fahrer hätte doch auch ihren Namen notieren können, und wir hätten dann später nachgewiesen, dass das Ticket gültig ist“, sagte Henkelmann, der seine Tochter im größten Weihnachtsstress in Elsdorf abholen musste, obwohl die Verwandtschaft schon vor der Tür stand.

Die Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) prüft nun den Fall. „Wir müssen erst einmal klären, ob das Ticket tatsächlich gültig ist“, sagte Ralf Brüning von der REVG. Auf der Plastikkarte sei nämlich nicht das Ablaufdatum des Fahrscheins vermerkt, sondern das der Karte. „Das ist wie bei einer EC-Karte. Da kann auch draufstehen, bis wann die gültig ist, das gibt aber keinen Aufschluss über das Konto an sich“, sagte Brüning. Auch der Fahrer soll befragt werden. „Und es muss geklärt werden, ob die Karte überhaupt in gutem Zustand ist“, sagte Brüning.